Die Hinter-Hoflieferanten gastieren im Theater am Burgerfeld in Markt Schwaben. Mit ihrem Programm „Gesang und Geschichten aus der Zeit von 1890 bis 1930“ nehmen Susanne Brantl und ihr Ensemble das Publikum mit auf eine musikalisch-literarische Zeitreise in die Hinterhöfe der Großstadt zur Jahrhundertwende.
Die Hinter-Hoflieferanten knüpfen an eine Tradition an, in der arme Musikanten versuchten, ein wenig Freude in die triste Welt der großstädtischen Hinterhöfe zu bringen. Dienstmädchen unterbrachen kurz ihre Arbeit, um ein Tänzchen zu wagen, während die Herrschaft verstohlen hinter der Gardine lauschte – und als Dank einen in Zeitungspapier gewickelten Groschen in den Hof warf. Dieses Milieu lassen die Musikerinnen und Musiker lebendig werden: rau, warmherzig und überraschend aktuell.
Auf dem Programm stehen Lieder und Chansons, die von den oft mühsamen Lebensbedingungen erzählen und zugleich den Wandel der Zeit spiegeln – darunter „Lieder eines armen Mädchens“ (Holländer), „Nanna’s Lied“ (Brecht) sowie Fritzi Massarys augenzwinkernder Blick auf ein neues Frauenbild in „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben?“. Eine Reise zu Operette, Kintopp und Kabarett, die mit Claire Waldoffs „Wegen Emil seine unanständ’ge Lust“ zeigt: Die Chansons der alten Grammophone haben bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren.