Artischocke, Quinoa, Ingwer und Zitronengras sind heute längst nicht mehr nur Zutaten für Gerichte aus fernen Ländern – sie werden auch auf Bayerns Feldern angebaut. Die traditionelle Sonderausstellung zu Erntedank im Botanischen Garten widmet sich heuer der Geschichte exotischer Kulturpflanzen und ihrer wachsenden Bedeutung für die Landwirtschaft. Von Samstag, 26. September, bis Sonntag, 4. Oktober, ist die Ausstellung in der Winterhalle des Botanischen Gartens, Menzinger Straße 65, zu sehen. Geöffnet ist sie täglich von 09.00 bis 17.30 Uhr. Der Botanische Garten schließt um 18 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt regulär 6,50 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Für Jugendliche unter 18 Jahren, Studierende und Schüler gilt der ermäßigte Eintritt, Kinder unter 12 Jahren habe freien Eintritt.
Was heute selbstverständlich auf bayerischen Feldern wächst, hat oft eine weite Reise hinter sich: Tomate, Kartoffel, Mais und Kürbis stammen ursprünglich aus Amerika und wurden ab dem 16. Jahrhundert nach Europa gebracht. Doch die Reise unserer Kulturpflanzen ist längst nicht abgeschlossen. Der Blick auf Bayerns Äcker zeigt einen Umbruch und die Klimaveränderungen verstärken diesen Wandel. Robustere Sorten gewinnen an Bedeutung, zugleich können Pflanzen, die bislang in Bayern kaum ertragreich waren, unter den veränderten Bedingungen nun gut wachsen. Dazu zählen etwa Artischocken, Chia, Ingwer, Kichererbsen, Soja und Zitronengras.
Wie Pflanzen aus anderen Teilen der Welt nach Europa gelangten und Teil unserer Landwirtschaft wurden, ist Schwerpunkt der diesjährigen Erntedankausstellung. Zugleich richtet sich der Blick auf die vertraute Ernte: Äpfel, Birnen, Quitten und verschiedene Getreide- und Gemüsesorten werden in der herbstlich geschmückten Winterhalle präsentiert. Der Botanische Garten München veranstaltet die Ausstellung gemeinsam mit dem Tagwerk-Förderverein.
Am Samstag, 3. Oktober, wird im Rahmen der Sonderausstellung zu einem Aktionstag zum Mitmachen eingeladen. Dabei können die Besucher einige der neuen Kulturpflanzen und ihre Verwendung näher kennenlernen. An Probierstationen werden leckere Rezepte vorgestellt. Mit einer Handpresse und etwas Muskelkraft wird zur Stärkung frischer Apfelsaft gepresst. Wer einen Apfelbaum besitzt, kann einen seiner Äpfel mitbringen und die Sorte von fachkundigen Pomologen bestimmen lassen. Beginn des Aktionstags ist um 10 Uhr, Ende um 16 Uhr. Weitere Infos gibt es unter der Adresse www.botmuc.de.
Der Verein Tagwerk wurde 1984 gegründet und ist ein Zusammenschluss von engagierten Verbrauchern, Bio-Höfen, Bio-Verarbeitern und dem Bio-Handel in der Region bis zu 100 Kilometern um Erding. Zum Netzwerk gehören etwa 150 Bio-Bauernhöfe und -Gärtnereien sowie verschiedene Bioverarbeiter wie Bäckereien, Käsereien, Mühlen sowie eine Metzgerei. Der gemeinnützige Verein setzt sich politisch und gesellschaftlich für eine nachhaltige, ökologische und regionale Landwirtschaft ein. Weiter Informationen finden sich unter der Adresse www.tagwerkcenter.net/.