Veröffentlicht am 03.02.2026 10:43

Die Liebe feiern

In Zeiten bevor jeder ein Telefon, einen PC und ein Handy hatte, war es üblich seinen Lieben regelmäßig Karten zu schicken, um in Verbindung zu bleiben. (Foto: hw)
In Zeiten bevor jeder ein Telefon, einen PC und ein Handy hatte, war es üblich seinen Lieben regelmäßig Karten zu schicken, um in Verbindung zu bleiben. (Foto: hw)
In Zeiten bevor jeder ein Telefon, einen PC und ein Handy hatte, war es üblich seinen Lieben regelmäßig Karten zu schicken, um in Verbindung zu bleiben. (Foto: hw)
In Zeiten bevor jeder ein Telefon, einen PC und ein Handy hatte, war es üblich seinen Lieben regelmäßig Karten zu schicken, um in Verbindung zu bleiben. (Foto: hw)
In Zeiten bevor jeder ein Telefon, einen PC und ein Handy hatte, war es üblich seinen Lieben regelmäßig Karten zu schicken, um in Verbindung zu bleiben. (Foto: hw)

„Alles, worauf die Liebe wartet, ist die Gelegenheit”, sagte einst der Schriftsteller Miguel de Cervantes. Für alle, die ihren Lieben oder ihrer Liebe „Danke” sagen wollen, bietet sich am bevorstehenden Valentinstag, 14. Februar, die perfekte Gelegenheit dazu. Eigentlich gilt der Valentinstag ja als Tag der Verliebten, allerdings nicht überall auf der Welt, wie Sophie von Seydlitz, Vorstandsmitglied der Dt.-Knigge-Gesellschaft e.V. und Knigge-Trainerin verrät. Vor allem im angelsächsischen Raum wie Großbritannien oder in den USA nutzt man den Tag auch um lieben Freunden und der Familie Karten zu schicken. „Wir haben fast alle ein schweres Jahr hinter uns, ein Jahr, das wir ohne die moralische Unterstützung von lieben Freunden, Verwandten und Kollegen wahrscheinlich nicht so gut gemeistert hätten”, erklärt die Benimm-Expertin aus Grünwald. Warum also nicht einmal den Stift in die Hand nehmen, und ein kleines Dankeschön formulieren oder einfach liebe Grüße schicken?! Ein handgeschriebener Brief wiegt da viel mehr als nur eine whatsapp oder eine SMS, findet Sophie von Seydlitz. Eine handgeschriebene Karte ist etwas Bleibendes, etwas, das man sich auf den Schreibtisch oder ins Regal stellen und immer wieder ansehen kann. Auch in Finnland wird der 14. Februar laut von Seydlitz als „Freundetag” begangen. Wer mag, kann der Karte, ob gekauft oder selbstgebastelt, auch gerne noch ein paar Blumen oder Pralinen hinzufügen. „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft”, weiß sie. In Japan schenken an diesem Tag vor allem die Frauen Kollegen und Mitarbeitern Schokolade als Dankeschön für die gute Zusammenarbeit. „Ich finde es richtig, dass hier auch mal die Initiative von den Frauen ausgeht. Das hat nichts mit Flirten, wohl aber etwas mit Wertschätzung zu tun. Moderne Frauen dürfen ruhig das Heft in die Hand nehmen”, betont sie. In Ungarn feiern Paare den Valentinstag gerne, indem sie an Brücken die so genannten Liebesschlösser aufhängen, ein Brauch, der hier auch immer mehr Anhänger findet. Warum also nicht am Samstag, 14. Februar, einmal gemeinsam einen Spaziergang machen, und seine Liebste oder Liebsten mit einem solchen Schloss überraschen?!

Es geht am Valentinstag nicht um den Wert eines Geschenks, wohl aber um die Geste. Wer sich Gedanken darüber macht, womit er Freunden oder dem Partner eine Freude machen kann, hat eigentlich schon gewonnen. „Das Ganze hat etwas mit Empathie und Wertschätzung zu tun. Das muss man natürlich nicht ausgerechnet am Valentinstag tun, sondern kann dies natürlich an jedem Tag des Jahres machen”, so Sophie von Seydlitz.

Die Kirchen haben den Valentinstag ebenfalls für sich entdeckt. Ein ökumenischer Gottesdienst zum Valentinstag findet am Samstag, 14. Februar, um 18 Uhr in der Putzbrunner Pfarrkirche St. Stephan statt. Pfarrer Jochim Rohrbach und Gemeindereferentin Larissa Neubauer (kath.) werden den besonderen Gottesdienst für Paare gestalten. In Harlaching findet ein ökum. Paarsegnungs- Gottesdienst bereits am Freitag, 13. Februar, um 18.00 Uhr in der Pfarrkirche München-Maria Immaculata in der Seybothstr. 55 statt. In Pasing wird ein Gottesdienst zum Valentinstag (mit Segen für alle Liebenden) am Sonntag, 15. Februar, um 19.00 Uhr in der Pfarrkirche München-Maria Schutz in der Bäckerstr. 21 gefeiert und ein weiterer Gottesdienst am Valentinstag wird am Samstag, 14. Februar, um 18.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Emmeram, Ostpreußenstr. 80 angeboten. Hier wird im Anschluss noch ein Umtrunk angeboten sowie der Kauf von selbstgebackenen Valentinstagsherzen.

Paare können sich bei Gottesdiensten segnen lassen

Anders als viele glauben, ist der Valentinstag übrigens keine US-amerikanische Erfindung, sondern hat seine Wurzeln hier in Europa. Über den Ursprung gibt es allerdings verschiedene Thesen. Der Namensgeber ist höchstwahrscheinlich Valentin von Terni. Trotz eines Verbotes des römischen Kaisers soll der Priester im dritten Jahrhundert christliche Liebespaare getraut haben und dafür hingerichtet worden sein. Die Vermutung liegt nahe, dass die Katholische Kirche den Todestag des populären Mannes, der später heiliggesprochen wurde, geschickt mit einem Feiertag der Antike verknüpfte.
Im alten Rom gedachte man am 14. Februar nämlich der Göttin Juno, die als Schützerin der Ehe galt. Schon damals sollen Frauen an diesem Tag Blumengeschenke erhalten haben. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte hatten dann verschiedene Entwicklungen Einfluss auf die Bräuche zum Valentinstag. Mit der Minnegesang-Bewegung im 14. Jahrhundert wurde es beispielsweise modern, Frauen mit Liebeslyrik zu schmeicheln. Bis zum Mittelalter hatte sich das Datum schließlich endgültig in Frankreich und England als Tag der Liebenden durchgesetzt. Auswanderer nahmen die Tradition später mit nach Amerika, wo sie sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Egal also, wie und wann, Hauptsache DASS!

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