Der Arnulfsteg soll fünf Jahre nach seiner Fertigstellung einen neuen Namen bekommen und künftig „Edith-Haberland-Wagner-Brücke“ heißen. Das hat der Stadtrat beschlossen. Die Umbenennung der Fußgänger- und Radwegbrücke über die S-Bahn-Stammstrecke geht auf eine gemeinsame Initiative der Bezirksausschüsse Schwanthalerhöhe, Neuhausen-Nymphenburg und Maxvorstadt zurück. Federführend initiiert wurde der Benennungsvorschlag vom ehemaligen Bezirksausschussmitglied Willi Wermelt.
„Edith Haberland-Wagner hat München weit über ihr eigenes Leben hinaus geprägt. Mit der Benennung dieser Brücke wird ihr außergewöhnliches gesellschaftliches und kulturelles Engagement an einem Ort gewürdigt, der täglich Menschen verbindet“, freute sich Willi Wermelt über den Beschluss. Auch im Kommunalausschuss des Münchener Stadtrats fand der Vorschlag breite Unterstützung. Kathrin Abele, Stadträtin der SPD-Fraktion und Mitglied des Kommunalausschusses, begrüßt die Entscheidung ausdrücklich: „Die Edith-Haberland-Wagner-Brücke steht für Verantwortung, Gemeinsinn und nachhaltiges Engagement für unsere Stadt. Es ist ein wichtiges Signal, Frauen, die München geprägt haben, sichtbar und dauerhaft im Stadtbild zu würdigen“, so Abele.
Mit dem neuen Namen wird Edith Haberland-Wagner (1899-1996) geehrt – Malerin, Brauereibesitzerin der Augustiner-Brauerei und Stifterin der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung. Durch ihr testamentarisches Vermächtnis sicherte sie den Fortbestand der Brauerei und ermöglichte bis heute zahlreiche gemeinnützige Projekte in München. „Dass sich mehrere Bezirksausschüsse sowie der Stadtrat gemeinsam hinter diesen Vorschlag gestellt haben, zeigt die große Wertschätzung für das Wirken von Edith Haberland-Wagner“, betonte Wermelt.
Der Arnulfsteg ist seit Dezember 2020 für Fuß- und Radverkehr freigegeben. Die Brücke quert in einem leicht gewölbten Bogen auf etwa 240 Metern Länge insgesamt 37 Gleise und verbindet die Schwanthalerhöhe im Süden mit dem Arnulfpark im Norden. Die nutzbare Breite variiert zwischen fünf und sechs Metern. Getragen wird der Arnulfsteg nur von zwei schlanken Stützen im Gleisbereich. Die seitliche Verglasung dient der Sicherheit und als Windschutz. Es gibt einen direkten Treppenzugang zur S-Bahnstation Donnersbergerbrücke. Am Nordzugang gibt es 90 größtenteils überdachte und am Südzugang weitere zirka 100 witterungsgeschützte Fahrradabstellplätze. An der Philipp-Loewenfeld-Straße steht zudem die Zugangsrampe für den Arnulfsteg mit Treppenanlage und Aufzug; am nördlichen Brückenende, das sich an der Erika-Mann-Straße befindet, gibt es eine oval geschwungene Rampe.