Bis zu 48 Minuten in der Stunde sind die Schranken an der Brunhamstraße geschlossen

Am Bahnübergang Brunhamstraße braucht man besonders oft besonders viel Geduld. (Foto: job)
Am Bahnübergang Brunhamstraße braucht man besonders oft besonders viel Geduld. (Foto: job)
Am Bahnübergang Brunhamstraße braucht man besonders oft besonders viel Geduld. (Foto: job)
Am Bahnübergang Brunhamstraße braucht man besonders oft besonders viel Geduld. (Foto: job)
Am Bahnübergang Brunhamstraße braucht man besonders oft besonders viel Geduld. (Foto: job)

Nachdem die Steuerung der Schrankenschließung an der Brunhamstraße im Dezember verändert wurde, haben sich die Schließzeiten am Bahnübergang (beim Bahnhof Neuaubing) dramatisch verändert: Bis zu 48 Minuten in der Stunde sind die Schranken jetzt oft geschlossen. „Südlich des Übergangs leben wir wie auf einer Insel”, klagte ein Bürger bei der Bürgerversammlung, „wir sind abgeschnitten!”

Das könne insbesondere in Notfällen schwerwiegende Folgen haben, wenn Rettungsdienste am Bahnübergang aufgehalten werden. Die Bürgerversammlung empfahl daher eine unverzügliche Minimierung der Schließzeiten der Schranken.

Lange Staus rund um den Übergang

Das städt. Mobilitätsreferat sagte zu, die Situation vor Ort zu prüfen. Wenig Hoffnung auf eine Lösung machte indes Bezirksausschussvorsitzender Sebastian Kriesel seinen Mitbürgern: „Hier tut sich leider auch nichts”, meinte er resignierend mit Blick auf die langen Staus am Übergang, der die Menschen und die Wirtschaft im Süden Neuaubings vom Rest der Welt abschneide.

Auch der Bezirksausschuss des Aubing-Lochhausen-Langwied hat bereits darum gebeten, die Schrankenschließungszeiten an der Brunhamstraße auf den Umfang vor der Änderung im Dezember 2025 einzustellen. „Es bilden sich Rückstaus auch in betriebsarmen Zeiten bis in die Kreuzung Bodenseestraße bzw. bis zur Einmündung Kallmünzer Straße und auch Trimburgstraße”, so das Bürgergremium. Das wiederum löse Schleichverkehr über die Gleisharfe mit Blockadesituationen in der Fritz-Bauer-Straße und Mathilde-Berghofer-Weichner-Straße aus und stelle die Buslinie 152 in Frage.

Veränderung ist „nicht möglich”

Das städt. Mobilitätsreferat geht jedoch davon aus „dass es aufgrund der technischen Gegebenheiten nicht möglich ist, an den Schließzeiten etwas zu verändern”. Diese pessimistische Einschätzung fußt auf Angaben der DBInfraGO, welche die langen Schrankenschließzeiten u.a. mit der Taktverdichtung der damaligen S 5 und heutigen S 8 (Zehn-Minuten-Takt zur Hauptverkehrszeit) und der (im November 2025 abgeschlossenen) Erneuerung des Bahnübergangs begründet. Dass, dessen „Gefahrenfreimeldungssystem” längere Schließzeiten mit sich bringen werde, habe die DB allen Beteiligten mitgeteilt, sagt die DB. Die Gefahrfreimeldung erfolgt mittels Radarkontrolle, erklärte die DB. Diese scannt den Bahnübergang, nachdem sich die Schranken geschlossen haben, um zu überprüfen, dass sich auch wirklich niemand mehr im Bahnübergang befindet. Dieser Prozess beanspruche etwas Zeit – vor allem, wenn die Radarkontrolle aufgrund des Fehlverhaltens anderer Verkehrsteilnehmer im ersten Scanvorgang keine erfolgreiche Freimeldung durchführen konnte.

Stadträte bringen „Variante 3” ins Spiel

Die ÖDP im Stadtrat fordert nach der Bürgerversammlung, eine Lösung umzusetzen, die schneller realisierbar ist als die seit Jahren diskutierte Unterführung direkt an der Brunhamstraße.Sie schlägt die sogenannte „Variante 3“ vor. Dabei soll der Autoverkehr über die bereits bestehende Bahnunterführung „Am Gleisdreieck“ geführt werden. Erforderlich wäre dazu eine neue Verbindungsstraße südlich der Bahnlinie. Der heutige Bahnübergang könnte anschließend entfallen. Für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende solle an dieser Stelle eine eigene, sichere Unterführung entstehen.
Die ÖDP sieht darin eine Chance, den täglichen Stau spürbar zu reduzieren, Wohngebiete vom Ausweichverkehr zu entlasten und gleichzeitig die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Auch Rettungswagen und Feuerwehr würden nicht länger vor geschlossenen Schranken ausgebremst. Die Machbarkeit der Variante wurde bereits untersucht und gelte als realistisch, so die ÖDP.

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