In den Pfingstferien wurde in Dorfen ein besonderes Projekt realisiert: die Kinderstadt. Das Gelände am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Dorfen verwandelte sich in eine Stadt aus Zelten, Pavillons und Marktständen. Dort wurden die Kinder kreativ, probierten Neues aus, machten Entdeckungen und durften selbst bestimmen, was und wo sie arbeiten möchten. Für jede halbe Stunde Arbeit erhielten sie einen Gehaltsscheck über drei Kinderstadt-Euro, den sie sparen oder für Essen, Trinken oder Selbstgebasteltes ausgeben konnten. Dabei lief jeder Tag anders ab, da die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die als Anleiter in den verschiedenen Gewerken und Geschäften fungierten, nicht an allen vier Tagen Zeit hatten.
Zu den täglich besetzten Einrichtungen gehörten Rathaus, Bank, Post, Restaurant, Gärtnerei, Friseur, Schreinerei, Bücherei, Zeitung und Kreativwerkstatt. Tageweise gab es eine Rettungswache, einen Spieletreff, ein Theater mit Jonglage-Workshop, ein Fußballturnier, ein Repair-Café mit Fahrradreparaturwerkstatt, eine Lötstation und Taekwondo als Selbstverteidigungskurs für die angehende Polizeistaffel.
Am Dienstag fand die Wahl für das Bürgermeisteramt statt. Bereits am Vortag wurden Plakate und Flyer gestaltet und auf dem Gelände verteilt, sechs Kinder hatten sich zur Wahl gestellt. Erster Bürgermeister wurde Jakob, Annika die Zweite Bürgermeisterin und Carl der Dritte Bürgermeister. Der Stadtrat mit fünf Mitgliedern musste nicht gewählt werden, alle Kandidaten erhielten einen Sitz. Dorfens Jugendreferent Dominik Gerbl wies die Bürgermeister in ihr Amt ein und nahm den Amtseid ab.
Der Mittwoch wurde als „Orange Day” gestaltet, um ein Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen und für Gleichstellung und Gerechtigkeit zu setzen. Die Farbe Orange symbolisiert Hoffnung und eine Zukunft ohne Gewalt, und die Kinder bemalten Shirts mit dieser Farbe oder trugen passende Kleidung.
Täglich gab es Bürgerversammlungen, um über aktuelle Geschehnisse zu informieren. Highlights waren die Werkstücke, die in der Schreinerei gefertigt wurden (Schmuckkästchen, Tischlampen und Stelzen) sowie die aus Tetra Paks gebastelten Geldbeutel, in der die verdienten Kinderstadt-Euros sicher verwahrt wurden. Die knapp 50 teilnehmenden Kinder waren begeistert von dem Ferienangebot und nahmen nicht nur viele Erfahrungen und Erlebnisse, sondern auch Salatpflanzen, Minimülltonnen oder bunte Fischerhüte mit nach Hause.
Der Kreisjugendring Erding hatte als Veranstalter einen großen Teil der Organisation, das Anmeldeverfahren und die Betreuung übernommen und sorgte zusammen mit der Gemeindejugendarbeit der Stadt Dorfen und dem Helferteam für einen reibungslosen Ablauf. Ihr großer Dank geht an die Schulleitung des Förderzentrums samt Hausmeister und Reinigungskraft, die das Projekt bestens unterstützt haben, sowie an das Landratsamt Erding für die kostenfreie Nutzung des Geländes. Der Bauhof Dorfen lieferte die Marktstände und Sonnenschirme. Die Nachbarschaftshilfe Dorfen leitete mit viel Herzblut das Restaurant an, schnipselte und kochte mit den Kindern täglich wechselnde Gerichte und spendete die Lebensmittel, bezuschusst unter anderem von Metzgerei Widl, Martin's Backstube und Kramerei am Kreisel. Die Gärtnerei Gauster übergab Anzuchterde, Samen und Salatpflanzen, und die Stadtwerke steuerten neben kleinen Give-Aways Sonnenbrillen bei, die beim Friseur reißenden Absatz fanden. Zudem gab es 500 Euro von der Sparkasse Erding-Dorfen. Durch die vielfältigen Spenden wurde der Teilnahmebeitrag sehr gering gehalten, sodass möglichst alle Familien teilnehmen konnten. Der größte Dank gilt den Freiwilligen in den verschiedenen Stationen, denn ohne sie hätten die Kinder nicht so vieles ausprobieren und kennenlernen können.