Zwischen Noten und Nachbarschaft

Mohcine Ramdan, Musiker, Linguist und Bandleader von JISR, zelebriert Musik als Ausdruck von Vielfalt und gelebter Einheit. (Foto: Lichterkette)
Mohcine Ramdan, Musiker, Linguist und Bandleader von JISR, zelebriert Musik als Ausdruck von Vielfalt und gelebter Einheit. (Foto: Lichterkette)
Mohcine Ramdan, Musiker, Linguist und Bandleader von JISR, zelebriert Musik als Ausdruck von Vielfalt und gelebter Einheit. (Foto: Lichterkette)
Mohcine Ramdan, Musiker, Linguist und Bandleader von JISR, zelebriert Musik als Ausdruck von Vielfalt und gelebter Einheit. (Foto: Lichterkette)
Mohcine Ramdan, Musiker, Linguist und Bandleader von JISR, zelebriert Musik als Ausdruck von Vielfalt und gelebter Einheit. (Foto: Lichterkette)

Lichterkette e.V. und ubo9 laden zu einem Abend ein, der mit Musik Menschen verbindet. Am Freitag, 30. Januar, gibt das Konzert „Zwischen Noten und Nachbarschaft” des Kollektivs JISR (arabisch für Brücke) um 19 Uhr den Auftakt mit einer Mischung aus traditionellem Gnawa, modernen Jazz-Arrangements und Einflüssen aus afroorientalischer Musik – ein panorientalischer Sound, so vielfältig wie die Geschichten seiner Mitglieder. Dr. Mohcine Ramdan, Musiker, Linguist und Bandleader von JISR, zelebriert Musik als Ausdruck von Vielfalt und gelebter Einheit. Mit einem interaktiven Teil werden er und die Band den gemeinschaftsstiftenden Aspekt von Musik erfahrbar machen.

Unterschiede verbinden vor Ort

Nach einer kurzen Pause beginnt der zweite Teil des Abends: die Podiumsdiskussion. Neben Dr. Mohcine Ramdan und der Musikethnologin Prof. Dr. Christine Dettmann, die das Thema von der musikalischen und wissenschaftlichen Seite her beleuchten, sind auch zwei lokale Akteure auf der Bühne: Sebastian Kriesel, der den Bezirksausschuss im Bezirk 22 leitet, sowie Julia Irländer, die Bereichsleiterin des Boom (Feierwerk) in Freiham. Beide können über die Gegebenheiten vor Ort sprechen, über Chancen und Herausforderungen des jungen Stadtteils und darüber, wie kulturelle Praxis Räume schaffen kann, in denen Unterschiede nicht trennen, sondern verbinden. Musik und die damit verbundene Begegnung können Brücken bauen. Eine vielfältige und demokratische Stadtgesellschaft braucht auch solche Begegnungsräume. Diese Veranstaltung ist Teil der Projektreihe Lichterkette vor Ort.

Veranstaltungsreise durch die Nachbarschaften

Lichterkette e.V. ist überzeugt, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt im Kleinen beginnt. Deswegen begibt sich die Projektreihe Lichterkette vor Ort auf eine thematische Veranstaltungsreise durch die Münchner Nachbarschaften. Im Rahmen von Konzerten, Lesungen, Filmscreenings, Diskussionen, Workshops und kreativen Formaten geht der Verein der Frage nach, was uns verbindet. Für die Reihe kooperiert ermit lokalen Organisationen, Initiativen und Persönlichkeiten. Gemeinsam schaffen sie Räume für Begegnung, fördern das gegenseitige Verständnis und stärken die Demokratie. Dabei schlagen sie Brücken zwischen gesamtgesellschaftlichen Themen und den konkreten Herausforderungen und Chancen vor Ort. Begonnen wurde im Dezember 2025 in Münchens jüngstem Stadtteil Freiham.

Was macht die Lichterkette?

Im Herbst 1992 brannten in Deutschland Häuser von Menschen, die hier Zuflucht gesucht hatten. Um ein friedliches Zeichen gegen rechte Gewalt zu setzen, mobilisierten vier Münchner Bürger Hunderte von Helfern und organisierten am 6. Dezember 1992 die erste Lichterkette in Deutschland. Mehr als 400.000 Menschen demonstrierten mit einer Kerze in der Hand still gegen Rassismus und Rechtsradikalismus. Aus dieser Initiative heraus entstand der Verein Lichterkette e.V..
Die Lichterkette e.V. entwickelt und gestaltet zahlreiche Projekte, Lesungen, Diskussionsrunden sowie Workshops und Kampagnen zur Sensibilisierung für Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Außerdem unterstützt der Verein Geflüchtete und Migrant:innen, setzt sich für politische Bildung und interkulturelle / interreligiöse Begegnung für Jugendliche ein und fördert entsprechende Projekte und Organisationen in München.

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