„Yalla” heißt die neue Ausstellung, die das Jüdische Museum bis Ende Februar 2027 zeigt. Ihr Untertitel lautet „Arabisch-jüdische Berührungen”. Zum besseren Verständnis für alle ist die Ausstellung mit Texten in Leichter Sprache versehen. Das Museum am Sankt-Jakobs-Platz 16 hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Geschichte der Juden in Nordafrika und Westasien ist von enger kultureller Nähe zu ihrem arabischen Umfeld geprägt: Es gibt gemeinsame Sprachen, gemeinsame Musik- und Denktraditionen – aber auch Brüche, Ausgrenzung und Gewalt. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die gemeinsame Vergangenheit zunehmend ideologisch überformt oder verdrängt.
Die Ausstellung versammelt sieben Künstler jüdischer Herkunft mit familiären Wurzeln in Nordafrika und Westasien. Ihre Arbeiten verbinden persönliche Erinnerungen mit historischen Erfahrungen von Exil, Verlust und gesellschaftlicher Marginalisierung. So entsteht ein vielstimmiger Raum, in dem Vergangenes bis in die Gegenwart nachwirkt und Zugehörigkeit als bewegliche, oft widersprüchliche Erfahrung zwischen Kulturen, Sprachen und Erinnerungen sichtbar wird.
Ein Ausstellungs-Rundgang mit der Kuratorin wird am Samstag, 8., und Sonntag, 9. August, angeboten. Er richtet sich an Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren, beginnt jeweils um 13.30 Uhr und dauert eine Stunde. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis in das jüdische Museum inbegriffen (Erwachsene 6 Euro regulär beziehungsweise 3,60 ermäßigt, Jugendliche unter 18 Jahren frei). Am Sonntag, dem „Europäischen Tag der Jüdischen Kultur” ist der Eintritt für alle frei. Tickets gibt es unter der Adresse jmm-shop.gomus.de/#/product/event/194, Restkarten an der Kasse vor Ort.
Der Rundgang geht der Frage nach, wie und wo sich Arabisches und Jüdisches in der WANA-Region (West Asien und Nordafrika) berühren: in persönlichen und kollektiven Erinnerungen, in der Natur, in Kunst und Kultur, in Identitäten, in neuer und alter Geschichtsschreibung, neuen und alten Narrativen.