Veröffentlicht am 15.09.2026 16:31

Ausstellung „Kunst braucht Luft! Die Künstlergruppe Scholle zwischen See und Moor“ in der Gemäldegalerie Dachau

Fritz Erler (1868-1940): Lebensalter, 1907. (Foto: Privatbesitz / Peter Brunner)
Fritz Erler (1868-1940): Lebensalter, 1907. (Foto: Privatbesitz / Peter Brunner)
Fritz Erler (1868-1940): Lebensalter, 1907. (Foto: Privatbesitz / Peter Brunner)
Fritz Erler (1868-1940): Lebensalter, 1907. (Foto: Privatbesitz / Peter Brunner)
Fritz Erler (1868-1940): Lebensalter, 1907. (Foto: Privatbesitz / Peter Brunner)

Raus aus dem Atelier, rein ins Licht: Um 1900 suchte eine junge Generation von Künstlern nach neuen Wegen jenseits akademischer Konventionen. In München schlossen sich 1899 mehrere Maler zur Künstlergruppe Die Scholle zusammen, um gemeinsam auszustellen und im etablierten Kunstbetrieb neue Wege zu beschreiten.
Die Ausstellung „Kunst braucht Luft! Die Künstlergruppe Scholle zwischen See und Moor“ in der Gemäldegalerie Dachau widmet sich dieser außergewöhnlichen Gruppe und ihrem Umfeld. Im Mittelpunkt stehen Künstler wie Leo Putz, Max Feldbauer, Fritz Erler und Adolf Münzer, die mit ihren farbintensiven Bildern, freieren Kompositionen und neuen Blicken auf Landschaft und Alltag zu wichtigen Vertretern der bayerischen Moderne wurden.

Welche Orte waren wichtig?

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Orten, die für die Entwicklung dieser Maler von Bedeutung waren: München, Dachau und Holzhausen am Ammersee. Viele der späteren Scholle-Mitglieder lernten sich in München kennen und waren dort Schüler von Paul Hoecker, einem der ersten Professoren an der Münchner Akademie, der die Freilichtmalerei intensiv förderte. Bei gemeinsamen Studienaufenthalten im Münchner Umland begegneten sie der Landschaft rund um das Dachauer Moos.
Auch das Westufer des Ammersees wurde für die Scholle-Maler zu einem wichtigen Ort. In Holzhausen entstanden ab 1904 erste Atelierbauten von Fritz und Erich Erler sowie Adolf Münzer. Weitere Künstler kamen hinzu und machten den kleinen Ort zu einem Treffpunkt der Gruppe. Die Ausstellung folgt den Spuren dieser Maler und eröffnet den Blick auf ein künstlerisches Netzwerk, in dem sich Stadt und Landschaft, München, Dachau und der Ammersee auf unterschiedliche Weise begegnen.
„Die ländlichen Künstlerkolonien leisteten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der modernen Kunst. Am Beispiel von Dachau und Holzhausen zeigen wir, wie rege und fruchtbar der Austausch zwischen den einzelnen Künstlerorten in der Region um München war”, erklärt Dr. Jutta Mannes, Ko-Kuratorin der Ausstellung

Spannungen und Umbrüche

Die Sonderausstellung erzählt die Geschichte der Scholle-Gruppe in drei Kapiteln: Den Auftakt bilden Werke aus den Künstlerorten Dachau und Holzhausen. In einem zweiten Teil stehen Gemälde dieser Vereinigung zu ihrer Blütezeit zwischen 1899 und 1911 im Zentrum. Den Abschluss bildet im dritten Teil der Blick auf die individuellen Wege ihrer Mitglieder nach der Auflösung der Gruppe. So entsteht ein vielschichtiges Bild einer Künstlergeneration, deren Arbeiten nicht nur die Vielfalt der Stile zeigen, sondern auch die Spannungen und Umbrüche der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts widerspiegeln.
In der Ausstellung zu sehen sind Werke von Mitgliedern der Scholle sowie ihnen nahestehenden Künstler:innen, die in Dachau und Holzhausen lebten und wirkten. Wichtige Werke aus Museumsbeständen und öffentlichen Sammlungen werden durch selten gezeigte Leihgaben aus Privatsammlungen ergänzt.
Die Gemäldegalerie Dachau leistet mit dieser Ausstellung einen Beitrag zur Erforschung des Phänomens der ländlichen Künstlerkolonien Europas, die vielfach untereinander in Beziehung standen, sowie ihres Beitrags zur Entwicklung der Moderne.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung in der Gemäldegalerie Dachau (Konrad-Adenauer-Str. 3) ist vom 16. September bis 14. Februar zu sehen (Sa, So, Feiertag 13-17 Uhr, Di-Fr 11-17 Uhr).

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