Alle fünf Jahre muss nach der „Richtlinie für die Berufung und Abberufung von Helferinnen und Helfern in Funktionen” der Ortsbeauftragte als ehrenamtlicher Dienststellenleiter der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk neu gewählt werden. Dies geschieht durch eine Vorschlagswahl, bei der die Führungskräfte des Ortsverbands wahlberechtigt sind. Nach fünf Wahlperioden sprachen die Wahlberechtigten dem Amtsinhaber Michael Wüst nun für die sechste Wahlperiode erneut ihr Vertrauen aus.
Die Funktion des Leiters des Ortsverbands in der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk hat intern in der eigenen Organisation und extern eine herausragende Bedeutung. Intern ist der Ortsbeauftragte Dienstvorgesetzter von in Freising 120 ehrenamtlichen Einsatzkräften und verantwortlich nicht nur für die Einsatzbereitschaft und den hohen Ausbildungsstand des Ortsverbands, sondern auch erster Ansprechpartner externer Anforderer wie Feuerwehren, Polizei, von Städten und Gemeinden sowie des Landratsamts.Bei der turnusgemäßen Vorschlagswahl sprachen die wahlberechtigten Führungskräfte dem Amtsinhaber Michael Wüst (54) kürzlich erneut ihr großes Vertrauen aus und schlugen ihn durch ihr Votum bei der Vorschlagswahl dem Landesbeauftragten zur erneuten Berufung vor. Da der Ortsbeauftragte der ehrenamtliche Behördenvertreter der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk in seinem Zuständigkeitsbereich ist, erfolgt die abschließende Berufung in die Funktion durch den Landesbeauftragten des Technischen Hilfswerks.
Michael Wüst hat das Amt des Ortsbeauftragten seit nunmehr 25 Jahre inne. In dieser Zeit verdoppelte sich die Anzahl der Einsatzkräfte im Ortsverband auf über 120 und der Ortsverband bewährte sich in unzähligen Einsätzen im In- und Ausland, so u. a. in Simbach und im Ahrtal nach den Unwetterkatastrophen, in Slowenien beim Behelfsbrückenbau aber auch im eigenen Landkreis zuletzt 2024 bei der Hochwasserkatastrophe im Ampertal. Unter seiner Führung wandelte sich das THW des Kalten Kriegs 2005 von der starren Bergungs- und Instandsetzungszugs-Struktur hin zum heute bekannten Komponentenmodell mit seinen Fachgruppen. 2019 schließlich wurde die Struktur nochmals angepasst und die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen sowie der Drohnentrupp aufgestellt. Gleichzeitig wurde die bisherige Fachgruppe Beleuchtung in die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung umgewandelt. Nicht zu vergessen auch der Umzug des Ortsverbands in die neue Unterkunft vor mittlerweile neun Jahren.
Besonders erfreulich ist es für den Ortsverband, dass im Nachgang zur Wahl des Ortsbeauftragten eine wichtige Position neu besetzt werden konnte. Mit Wirkung zum 15. Mai wurde Jonas Podlinski (37) zum stellvertretenden Ortsbeauftragten und Leiter des Stabs berufen.
Die veränderten sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen sowie zunehmende komplexe Gefährdungslagen führen zu einer wachsenden Bedeutung des Zivilschutzes innerhalb des Bevölkerungsschutzsystems. Auch für das Technische Hilfswerk ergibt sich daraus die Notwendigkeit, zivilschutzrelevante Themen verstärkt wieder in Ausbildung, Planung, Übungen sowie in die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen einzubringen und systematisch weiterzuentwickeln.
Zur Unterstützung dieser Zielsetzung wurde im Landesverband Bayern die Funktion der “Beauftragten Person Zivilschutz” im Ortsverband eingeführt. Die Funktion dient der fachlichen Unterstützung des Ortsbeauftragten bei der strukturierten Verankerung und Weiterentwicklung zivilschutzrelevanter Themen im Ortsverband. Ebenfalls zum 15. Mai konnte Mathias Bortel (36) zur Beauftragten Person für den Zivilschutz berufen werden. Er übernimmt im Ortsverband damit eine unterstützende, beratende und koordinierende Rolle.
Unverändert in seinem Amt als Zugführer des 1. Technischen Zugs wird Marco Eisenmann (49) auch weiterhin den taktisch-operativen Teil des Ortsverbands verantwortlich führen. In seinen 21 Jahren als Zugführer hat sich Marco Eisenmann umfangreich fort- und weitergebildet, u. a. als Bereichsausbilder CBRN und Atemschutz, Verbandsführer, Fachberater und Verbindungsperson, Leiter einer THW-Führungsstelle und vieles mehr. Er hat seit seinem Amtsantritt den Technischen Zug in nahezu allen Einsätzen geführt und genießt u. a. als Mitglied des Autorenteams für die Ausbildungsunterlagen des Zugtrupps, der Führungskomponente des Technischen Zugs, bundesweit hohes Ansehen. In Stadt und Landkreis Freising ist Marco Eisenmann eine bekannte Größe in der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr und der Blaulichtfamilie.
Gemeinsam bilden die vier die Führung des THW-Ortsverbands Freising für die aktuelle Wahlperiode.
Der Ortsverband steht am Anfang grundlegender Veränderungen. Durch die Verschärfung der Sicherheitslage in Europa und die Erkenntnis in der Politik, dass zur Verteidigungsfähigkeit auch ein starker und schlagkräftiger Bevölkerungsschutz gehört, nimmt dieser Auftrag immer breiteren Raum ein. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion hatte sich das THW immer mehr zu einer sehr leistungsfähigen Katastrophenschutzorganisation hin entwickelt und folgte damit dem Trend in allen Hilfsorganisationen. Einher ging dies mit signifikanten Einsparungen im THW-Haushalt.
Das Thema Zivilschutz wird in den kommenden Jahren der Schwerpunkt der Arbeit der Hilfsorganisation des Bundes sein. Neue und erweiterte Ausstattung für den Zivilschutz wird kommen und auch auf der lokalen Ebene innerhalb der Freisinger Blaulichtorganisationen wird der Zivilschutz mit seinen besonderen Herausforderungen einen deutlich größeren Raum einnehmen müssen. Für das THW Freising zählt auch die Härtung der Liegenschaft, neue und angepasste Einsatzkonzepte aber auch die zivilschutzfachliche Ausbildung unserer mehr als 120 ehrenamtlichen Einsatzkräfte dazu.