Am Mittwoch, 3. Juni, ist es in der Goethestraße zu einem Rettungsdiensteinsatz gekommen, bei dem ein Mann auf offener Straße wiederbelebt werden musste. Der vorbildliche Einsatz von drei Jugendlichen und zwei Frauen bildete hierbei den Grundstein für eine Überlebenschance.
Drei 16-Jährige aus dem Allgäu, die die Ferien für einen Ausflug nach München nutzten, beobachteten auf der Goethestraße, Ecke Bayerstraße, einen älteren Herrn, der unvermittelt zusammensackte und regungslos auf dem Boden liegen blieb. Ohne Hemmungen brachten sie Ihr Wissen in Erster Hilfe, das sie erst zwei Wochen zuvor in einem Kurs für den Führerschein erlernt hatten, zur Anwendung. Während einer der jungen Männer die Vitalfunktionen kontrollierte, wählte ein zweiter den Notruf 112. Da der Bewusstlose nicht mehr atmete, begannen sie mit der Herzdruckmassage, wobei sie von zwei Frauen unterstützt wurden.
Der dritte Jugendliche holte zeitgleich einen AED (Automatisierter Externer Defibrillator) aus einem nahen Hotel. Diese Geräte sind speziell für Laien entwickelt und geben Elektroschocks nur nach einer sicheren Analyse des Herzrhythmus frei. Ebenso befinden sich bei diesen Geräten oftmals Beatmungsmasken. Bis zum Eintreffen von Feuerwehr und Rettungsdienst konnten so alle wesentlichen Bestandteile einer Reanimation durchgeführt werden:
Durch den beobachteten Kollaps und die unmittelbare Reaktion wurde das sogenannte „therapiefreie Intervall” auf ein Minimum begrenzt. Als Faustregel für dieses kritische Zeitfenster gilt: Jede Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen sinkt die Überlebenschance um rund zehn Prozent. Nach wenigen Minuten nimmt das Gehirn irreparabel Schaden, weil es nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird.
Nach einer primär erfolgreichen Reanimation ist der Zustand dennoch immer als kritisch zu bewerten – auch wenn der Patient in diesem Fall mit eigenem Kreislauf und selbst atmend in den Schockraum einer Münchner Klinik gebracht werden konnte. Rund 48 Stunden nach dem Herzkreislaufstillstand befindet sich der ältere Herr nach Informationen der Branddirektion aber auf dem Weg der Besserung. Die ursächliche internistische Erkrankung konnte in der Klinik behandelt werden.
Nur durch das engagierte Handeln der drei Jugendlichen und der beiden Ersthelferinnen konnte in diesem Fall eine Überlebenschance gewahrt werden. Entwickelt sich die Genesung entsprechend weiter, können sich die fünf Personen mit Stolz als „Lebensretter” bezeichnen – Lucas, Levin und Alexander bereits im Alter von 16 Jahren.
Die Feuerwehr München möchte dieses Beispiel nutzen, um zu betonen, dass wenige Grundkenntnisse der Ersten Hilfe, Zivilcourage und beherztes Eingreifen Leben retten können. Regelmäßige Kurse bieten hierfür die nötige Sicherheit.