Die Kuh ist erst einmal vom Eis - wie lange, das wird die nächste Sitzung des Zweckverbands München-Südost am 22. April zeigen. Die Rede ist vom einer Kündigung der Vereinbarung zwischen der Gemeinde Ottobrunn und dem Zweckverband, die den Ottobrunner Bürger bislang ermöglicht ihren Sperr- und Sondermüll dort abzuliefern. Diese Vereinbarung besteht seit dem Jahr 1984. Im Zweckverband Mitglied sind Neubiberg, Hohenbrunn, Putzbrunn, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Brunnthal und Aying. Neben Ottobrunn ist auch Sauerlach vertraglich mit von der Partie, aber ebenfalls keine Mitgliedsgemeinde.
Die Gemeinde Ottobrunn zahlt anteilsmäßig zum Sperrmüllaufkommen durch ihre Bürger ihren Beitrag an den Zweckverband. Rund 40 Prozent der Auslastung erfolgt laut Zählungen durch Ottobrunner Haushalte.
Viele Jahre gab es mit dieser Lösung keine Probleme, doch seit längerer Zeit kommt der Zweckverband an seine Belastungsgrenzen, ein Neubau soll es richten. Aber der verzögert sich seit Jahren, außerdem soll er nach aktueller Planung während des laufenden Betriebs stattfinden, was wiederum zu einer weiteren Reduzierung der Leistungsfähigkeit führt.
Als mögliche Lösung hat der Zweckverband Ottobrunn die Pistole auf die Brust gesetzt, entweder die Sperrmüllmenge drastisch zu reduzieren oder bis Jahresende das Mitnutzungsrecht zu verlieren. Laut Bürgermeister Thomas Loderer tut die Gemeinde bereits seit Jahren viel für eine umweltgerechte Entsorgung, so können Wertstoffe wie Glas und Metall in den dezentral aufgestellten Sammelstellen eingeworfen werden, gibt es die Möglichkeit eine kostenlose Bio- und Papiertonne zu nutzen und wird bislang 12 Mal im Jahr eine kostenlose Sperrmüllabholung vor der Haustür angeboten. Hier arbeite man seit vielen Jahren schon sehr gut mit der Firma Heinz zusammen, betont Bürgermeister Thomas Loderer. Man sei bereits in Gesprächen mit der Firma, diesen Service auszuweiten und so das Aufkommen beim Zweckverband zu reduzieren. Wie der Leiter des Ottobrunner Umweltamtes, Dr. Martin Thor berichtete, brauche jede Neuerung eine gewisse Zeit, bis sie von den Bürgern auch angenommen werde. Die ursprüngliche Beschlussvorlage des Zweckverbands sah eine Kündigung der Nutzungsmöglichkeiten bis Jahresende vor, wenn nicht bis 30. Juni deutliche Entlastungen im Wertststoffhof spürbar seien. Wie schnell man diese umsetzen könne, hänge nicht nur von der Firma Heinz ab, sondern auch von den Bürgern, die man mit ins Boot holen müsse. Die Firma Heinz habe schon ihre Bereitschaft signalisiert, hier verstärkt mit der Kommune zusammen zu arbeiten.
Thomas Loderer will aber nicht nur eine kurzfristige Lösung für Ottobrunn, sondern am Ende der Verhandlungen müsse ein dauerhaftes Recht für Ottobrunner Bürger stehen, den Wertstoffhof mitzunutzen. Auch für eine möglich Entlastung habe er schon Ideen. Wie bereits in der Vergangenheit beantragt (und vom Zweckverband abgelehnt, Anm. d.Red.) plädiert Ottobrunn für eine Verdichtung der Öffnungszeiten des Wertstoffhofes (beispielsweise eine Samstagsöffnung) und für eine Verlagerung der Tätigkeit während der Umbauphase. „Man kann über alles reden, aber es ist auch eine Stilfrage, wie man an eine Problemlösung herangeht”, so Thomas Loderer.