Leben & Sterben

Der Hospizkreis Ottobrunn lässt Kranke und Trauernde mit ihren Sorgen nicht allein, sondern steht ihnen beiseite. (F: hw)
Der Hospizkreis Ottobrunn lässt Kranke und Trauernde mit ihren Sorgen nicht allein, sondern steht ihnen beiseite. (F: hw)
Der Hospizkreis Ottobrunn lässt Kranke und Trauernde mit ihren Sorgen nicht allein, sondern steht ihnen beiseite. (F: hw)
Der Hospizkreis Ottobrunn lässt Kranke und Trauernde mit ihren Sorgen nicht allein, sondern steht ihnen beiseite. (F: hw)
Der Hospizkreis Ottobrunn lässt Kranke und Trauernde mit ihren Sorgen nicht allein, sondern steht ihnen beiseite. (F: hw)

Ehrenämter gibt es viele, ein besonderes Händchen braucht man allerdings, um beim Hospizkreis Ottobrunn schwerkranke und sterbende Menschen zu begleiten. Zum Glück muss niemand diese Qualitäten, die es dafür braucht, von zuhause mitbringen, denn der Hospizkreis bildet seine Helfer umfangreich aus, bevor sie mit diesem so wichtigen Ehrenamt starten.
Die Aufgaben in der Hospizarbeit werden zunehmend komplexer – um weiterhin eine verlässliche und einfühlsame Begleitung anbieten zu können, braucht der Hospizkreis dringend Verstärkung. Neue Kurse starten demnächst, Zeit, sich zu überlegen, ob man nicht Menschen am Ende ihres Lebens ein wenig Zeit und Würde schenken möchte.

Rund 250 Personen werden pro Jahr von den ehrenamtlichen Helfern des Hospizkreises Ottobrunn e.V. betreut, etwa 140 davon sterben im Ablauf diesen Jahre. Das bedeutet häufig Abschied zu nehmen, aber auch, den Wert des Lebens neu für sich zu entdecken.

Es lohnt sich für jeden, sich mit dem Thema Tod und Sterben auseinander zu setzen, sich dem Tabu-Thema zu stellen. Idealerweise als Hospizhelfer beim Hospizkreis Ottobrunn, der lebt nämlich vom Mitmachen und das nun seit mehr als 20 Jahren.
Die Ehrenamtlichen betreuen aber nicht nur die Patienten, sondern auch deren Angehörige. Trauerarbeit ist ein wichtiger Aspekt für den Hospizkreis Ottobrunn, der die Hinterbliebenen auf ihrem Weg zurück in die Normalität begleitet.
Eine Arbeit, auf die die ehrenamtlichen Helfer mit gründlichen Schulungen vorbereitet werden. Themen der Ausbildung sind die Hospizidee, eigene Erfahrungen mit Verlusten, Lebens- und Sterbebegleitung, Kommunikation, Schmerztherapie und Palliativmedizin, Umgang mit Sterbenden und ihren Angehörigen – auch über den Tod hinaus, Wahrheit am Krankenbett, Spiritualität und Rituale in der Hospizarbeit. Die Schulungsinhalte des Hospizkreises entsprechen dabei dem Standard des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes.
Drei hauptamtliche Koordinatoren sorgen dafür, dass die Anfragen bearbeitet und die passende Begleitung gefunden wird. Wenn sich ein Betroffener oder seine Angehörigen beim Hospizkreis melden, machen die Koordinatoren die Erstbesuche zuhause oder in den Alten- und Pflegeheimen. Denn in den teilnehmenden Einrichtungen des Einzugsgebiets von Neubiberg bis Aying und von Ottobrunn bis Höhenkirchen-Siegertsbrunn schult der Hospizkreis nicht nur das Pflegepersonal, dort betreut er auf deren Wunsch auch die Bewohner. Beim ersten Besuch wird geschaut, was ist nötig, was bringt Linderung und Hilfe. Der Hospizkreis berät aber auch über mögliche Pflegedienstleistungen, Förderungen und weitere Möglichkeiten, die Situation der betroffenen Familien zu erleichtern.
So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich ist der Trost, den sie in diesen Besuchen suchen. Die Hospizhelfer verrichten bei ihren Besuchen allerdings keine pflegerischen Tätigkeiten, sie hören zu, führen Gespräche oder halten, wenn das gewünscht wird, einfach für eine Weile die Hand eines Patienten. Die Dauer der Begleitung variiert stark, der Verlauf von schweren Erkrankungen lässt sich nicht planen. So werden manche Patienten nur ein- oder zweimal besucht, bei anderen dauert es über ein Jahr, bis der oftmals als erlösend empfundene Tod eintritt. Die Arbeit des Hospizkreises ist dabei überkonfessionell, jeder darf sich melden, an welchen Gott er auch glauben mag.
Die Arbeit der Hospizhelfer ist dabei oft sehr intensiv, denn wenn es ans Sterben geht, fallen nicht selten alle Masken, wird kein Wert mehr gelegt auf oberflächliches Geplänkel. Die Besuche werden in Absprache mit den Angehörigen geplant, die in dieser Zeit ein wenig Ruhe finden oder wichtige Dinge erledigen können. Nicht nur für die Patienten haben dabei die Ehrenamtlichen ein offenes Ohr, sondern auch für Angehörigen, für die die Situation oftmals sehr belastend ist. Eine Supervision der Ehrenamtlichen sorgt dafür, dass sie selber psychisch stabil bleiben und lernen, mit Tod und Trauer umzugehen. Das Angebot ist für Betroffene kostenfrei. Unkosten entstehen aber durch Büromiete, die Gehälter der Koordinatoren und die Ausbildung der Helfer, die allesamt unbezahlt ihrer Aufgabe nachgehen. Unbelohnt bleiben sie aber beileibe nicht, denn einem Menschen die letzte Zeit lebenswerter zu gestalten, ihm ein wenig die Angst zu nehmen ist zwar unbezahlt, dafür bringt es aber viel Zufriedenheit und Dankbarkeit ins eigene Herz. Der Hospizkreis tut aber noch viel mehr als das. Er veranstaltet regelmäßig Info-Veranstaltungen zu so wichtigen Themen wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, geht aber auch an die Schulen vor Ort, um mit den Kindern, in altersgerechter Weise, das Thema Tod und Trauer zu thematisieren. Wer mitarbeiten oder spenden möchte, wer in diesem Themenfeld Hilfe braucht, kann sich direkt an den Hospizverein Ottobrunn e.V. wenden: Zu finden ist er in der Friedenstraße 21 in Ottobrunn, Tel. 089/66 55 76 70 oder per E-Mail: info@hospizkreis-ottobrunn.de.

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