Veröffentlicht am 27.10.2026 11:17

Living Wages diskutiert: Reicht das verdiente Geld zum Leben?

Bei der Beschäftigungskonfrernz 2026 diskutierten Experten über „Living Wages”. Stadtrats-Mitglied Christian Köning (SPD-Fraktion) diskutierte mit.  (Foto: SPD Stadtratsfraktion)
Bei der Beschäftigungskonfrernz 2026 diskutierten Experten über „Living Wages”. Stadtrats-Mitglied Christian Köning (SPD-Fraktion) diskutierte mit. (Foto: SPD Stadtratsfraktion)
Bei der Beschäftigungskonfrernz 2026 diskutierten Experten über „Living Wages”. Stadtrats-Mitglied Christian Köning (SPD-Fraktion) diskutierte mit. (Foto: SPD Stadtratsfraktion)
Bei der Beschäftigungskonfrernz 2026 diskutierten Experten über „Living Wages”. Stadtrats-Mitglied Christian Köning (SPD-Fraktion) diskutierte mit. (Foto: SPD Stadtratsfraktion)
Bei der Beschäftigungskonfrernz 2026 diskutierten Experten über „Living Wages”. Stadtrats-Mitglied Christian Köning (SPD-Fraktion) diskutierte mit. (Foto: SPD Stadtratsfraktion)

Wirtschaftlicher Erfolg garantiert noch nicht, dass Erwerbsarbeit für jeden gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Gerade in teuren Städten wie München. Wie viel Lohn braucht es also, um hier gut leben zu können? Bei der Münchner Beschäftigungskonferenz 2026 diskutierten Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik im Rathaus, welchen Beitrag ein „Living Wage“ zu einem fairen Einkommen und gesellschaftlicher Teilhabe leisten kann.
„München ist wirtschaftlich stark – aber das ist nur dann ein Erfolg, wenn die Menschen, die ihn erarbeiten, davon leben können”, sagt Bürgermeisterin Verena Dietl: „Wer Vollzeit arbeitet, sollte sich das Leben in München leisten können, ohne auf zusätzliche Unterstützung angewiesen zu sein. Deshalb ist es richtig, zu diskutieren, welchen Beitrag ein ›Living Wage‹ für München leisten kann.“

Regionale Lebenshaltungskosten berücksichtigt

Während der gesetzliche Mindestlohn bundesweit einheitlich gilt, berücksichtigen sogenannte „Living Wages“ regionale Lebenshaltungskosten und können besonders in Städten mit hohen Mieten darüber liegen. Wie ein solches Modell funktioniert, zeigten Lauren Wetherilt und Sara Johnson von der „Living Wage Foundation“ am Beispiel Londons. Dort können sich Unternehmen freiwillig verpflichten, einen regelmäßig neu berechneten „London Living Wage” zu zahlen, der die höheren Lebenshaltungskosten berücksichtigt.

Professor beleuchtet Beschäftigungseffekte

Bei der vom Referat für Arbeit und Wirtschaft im Rahmen des Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramms veranstalteten Konferenz brachte Professor Mario Bossler vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und der Technischen Hochschule Nürnberg die wissenschaftliche Perspektive ein. Er beleuchtete die Beschäftigungseffekte seit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns und welche volkswirtschaftlichen Folgen höhere Lohnniveaus haben.

Anschließend diskutierten Professor Bossler und Lauren Wetherilt mit Magnus Müller-Rischart von Max Rischart’s Backhaus, Tim Lünnemann von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten München sowie Dr. Christian Köning, dem Vorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion. Im Mittelpunkt standen Chancen für Beschäftigte, Auswirkungen auf Unternehmen, das Verhältnis zu Tarifautonomie und Mindestlohn sowie die Möglichkeiten einer Kommune, existenzsichernde Löhne zu fördern.

Soziale und wirtschaftliche Fragen zusammen betrachten

Die Konferenz machte deutlich: Einen Living Wage für München zu diskutieren bedeutet, soziale und wirtschaftliche Fragen gemeinsam zu betrachten. Der Stadtrat will die Potenziale von Living Wages für München sichtbarer machen. Die Beschäftigungskonferenz setzte dafür einen ersten fachlichen Impuls und verband Erfahrungen aus London mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und unterschiedlichen Perspektiven aus München.

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