Der Landkreis Freising wird immer älter. Aktuell sind es 32.682 oder 17 Prozent der Bewohner, die älter als 65 Jahre sind. Bis zum Jahr 2050 wächst der Einwohnerzahl im Kreis auf etwas über 201.000 – aber fast ausschließlich bei den Senioren. Deren Anzahl steigt nämlich um 13.000 auf dann 22 Prozent Anteil. Das bedeutet unter anderem: Wohnungen müssen seniorengerecht ausgestattet, umgebaut, verändert werden. Wie man das am besten macht, dafür gibt die Wohnberatung des Landkreises, die man über den Pflegestützpunkt (Tel.: 08161/600 32320, E-Mail: pflegestuetzpunkt@kreis-fs.de) erreicht, wertvolle Tipps und Beratung.
„Leider kommen viele Senioren oder deren Angehörige erst zu uns, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist – also jemand gestürzt oder in Not ist. Dabei macht Vorbeugen doch so viel mehr Sinn“, sagt Dagmar Seghutera. Sie ist seit 2016 im Seniorenbeirat der Stadt Moosburg. „Viele wissen auch gar nicht, dass es diese kostenfreie Beratung im Landratsamt gibt, dafür wollen wir werben, dass das bekannter wird.“ Man muss sich nur telefonisch oder per E-Mail beim Pflegestützpunkt melden, ehrenamtliche Wohnberater vereinbaren dann rasch einen Termin. Laut Seghutera ist die Nachfrage nach Beratung allerdings noch recht gering.
Die Wohnberatung möchte helfen, geeignete Lösungen zu finden, um die eigene Wohnung sicher und den individuellen Bedürfnissen entsprechend zu gestalten. Es geht dabei um Informationen über barrierefreies Wohnen und Sturzverhinderung, um bauliche und räumliche Anpassungsmaßnahmen in der Wohnung, um den Einsatz von technischen Hilfsmitteln für den Alltag, um die Neuanordnung von Möbeln und Raumfunktionen, um die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen sowie um alternative Wohnmöglichkeiten. Die Berater entwerfen gemeinsam mit dem Ratsuchenden passende Lösungen für die eigene Wohnsituation oder auch einen Neubau und informieren über ungefähre Kosten. Man hilft bei der Suche nach geeigneten Hilfsmitteln und empfiehlt benötigte Anpassungsmaßnahmen. Es gibt auch Unterstützung bei der Suche nach möglichen Kostenträgern und Fördermöglichkeiten.
„Es geht um die Erleichterung des Wohnens zu Hause bei Mobilitätsproblemen und anderen körperlichen Einschränkungen“, erläutert Seghutera. Dazu wird die bisherige Wohnsituation analysiert und mögliche Lösungen aufgezeigt. „Da werden Stolperfallen in der Wohnung, wie Teppiche, beseitigt, bevor etwas passiert, aber auch um Umbauten im Bad oder Küche besprochen, dass es barrierefrei wird. Das Ziel ist doch von allen Senioren, sicher und lange zu Hause wohnen zu bleiben.“ Wichtig sei eben, dass man sich so frühzeitig wie möglich beraten lässt und Gedanken macht, „nicht erst dann, wenn man ganz schnell einen Treppenlift braucht, weil das Bad im Obergeschoss ist“, sagt die Seniorenberaterin.