Führt eine Frau am Konferenztisch das Wort, fallen gern Beschreibungen wie „herrisch“ oder „bossy”; bei einem männlichen Kollegen in derselben Situation heißt es eher, er sei „dynamisch” oder „durchsetzungsstark”. Und das, obwohl sich der reale Führungsstil von Männern und Frauen kaum unterscheidet.
Die Vorstellung eines „typisch weiblichen” Führungsstils hält sich hartnäckig, lässt sich empirisch jedoch nicht belegen. Wahr ist: Frauen führen wie Männer entsprechend ihrer Persönlichkeit und der Unternehmenskultur. Was sich unterscheidet, ist, wie dies aufgenommen und bewertet wird. Denn wirkt eine weibliche Führungskraft einmal nicht „weiblich” genug, reagiert das Umfeld mitunter verstimmt. Authentisch zu bleiben statt den vermeintlich „besseren Mann” zu geben, gilt deshalb in der Karriereberatung für Frauen als zentraler Rat.
Wie weit der Weg zur Gleichstellung tatsächlich noch ist, zeigt die Statistik. Laut Statistischem Bundesamt lag der Anteil von Frauen in Führungspositionen noch vor kurzem in Deutschland bei 29 Prozent und damit unter dem EU-Durchschnitt. Dabei gilt als erwiesen, dass Unternehmen mit hoher Frauenquote bis zu 48 Prozent höhere Gewinne erzielen.