Das Bierseidel-Go-Turnier hat seine 30. Auflage gefeiert. Im Pelkovenschlössl trafen sich Go-Spieler aus Bayern, Deutschland und dem Ausland zu einem Wochenende, bei dem sportlicher Wettbewerb und geselliges Miteinander gleichermaßen im Mittelpunkt standen. Parallel wurde die Bayerische Go-Meisterschaft ausgetragen.
Go, das auch unter den Namen Weiqi (China) und Baduk (Korea) bekannt ist, gilt als eines der ältesten Brettspiele der Welt. Gespielt wird mit schwarzen und weißen Steinen auf einem Brett aus Linien. Ziel ist es, möglichst viel Gebiet zu kontrollieren. Die Regeln sind vergleichsweise einfach, die strategischen Möglichkeiten jedoch nahezu unbegrenzt.
Zum Jubiläum konnte das Bierseidel-Turnier erneut ein international stark besetztes Teilnehmerfeld begrüßen. Den ersten Platz sicherte sich Xiong Zhiye (4 Dan) aus Augsburg mit vier Siegen und einem Unentschieden (Jigo). Platz zwei ging an Shin Young-Soo (7 Dan) aus Seoul, der auf einer Europareise Station in München machte und ebenfalls vier Siege sowie ein Jigo erreichte. Pang-Cheng Wu (3 Dan) aus Zürich belegte mit drei Siegen den dritten Platz.
Im Rahmen des Turniers wurde außerdem die Bayerische Meisterschaft ausgespielt. Bayerischer Meister wurde Jonas Finke (4 Dan), der als bestplatzierter Spieler unter den Mitgliedern des Bayerischen Go-Vereins zugleich seinen Titel verteidigen konnte.
Für eine geringe Einstiegshürde sorgte das parallel ausgetragene Brezen-Turnier. Das als Freundschaftsturnier ohne offizielle Wertung organisierte Turnier wurde auf kleinen 9×9-Brettern im Leiterformat gespielt und richtete sich ausdrücklich auch an Anfänger und weniger erfahrene Spieler. Den ersten Platz belegte Litao Mei (11 Jahre) vor Taito Donner (7) und Tarmo Donner (9). Vierter wurde Marco Cianfarani (9).
Für einen bemerkenswerten Altersunterschied sorgte außerdem der 91-jährige Joachim Bitzer: Zwischen dem jüngsten und dem ältesten Teilnehmer lagen damit 84 Jahre.
Das Jubiläumsturnier zeigte einmal mehr, dass Go weit mehr ist als ein sportlicher Wettbewerb. Zwischen den Runden wurden Partien analysiert, Freundschaftsspiele ausgetragen und zahlreiche Gespräche geführt. Alte Bekannte trafen sich wieder, neue Kontakte entstanden und auch abseits der Bretter herrschte eine ausgesprochen freundschaftliche Atmosphäre. Weitere Infos finden sich unter bgov.de.