Die SPD in Neuhausen und Nymphenburg setzt sich für den Erhalt der Galeria am Rotkreuzplatz ein. Um den Fortbestand des Traditionskaufhauses zu sichern, haben die Vorsitzenden der SPD-Ortsvereine Neuhausen-Nymphenburg und Neuhausen, Seija Knorr-Köning und Jörn Retterath, eine Online-Petition gestartet und einen Antrag im Bezirksausschuss gestellt. Zudem lädt die SPD am Samstag, 9. Mai, zu einer Kundgebung mit dem gleichen Ziel ein.
„Es geht uns um den Erhalt des Kaufhaues und die Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze“, sagt SPD-Politikerin Seija Knorr-König. Sie appelliert an die Betreiber und die Eigentümer der Immobilie, gemeinsam mit der Stadt „tragfähige Lösungen für den Standort zu entwickeln“. Den designierten Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) und den Wirtschaftsreferenten Christian Scharpf (SPD) fordert Knorr-Köning auf, sich „aktiv für den Erhalt des Kaufhauses und der Arbeitsplätze einzusetzen und den Interessen der Bürger:innen und der Beschäftigten Nachdruck zu verleihen“.
Die fünf Forderungen der Petition thematisieren auch den möglichen Teilabriss des Gebäudes. Die Unterzeichnenden wenden sich beispielsweise gegen eine drohende Umwandlung in Büroflächen oder die Errichtung eines Hotel-Komplexes. „Unsere Forderungen wollen wir mit einer Kundgebung am Samstag, 9. Mai unterstreichen. Wir fordern alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich ab 17 Uhr mit den Beschäftigten, die um ihre Jobs fürchten, zu solidarisieren und sich gegen Abriss-Pläne auszusprechen.“
Trotz vieler Krisen ist das im Sommer 1979 als Kaufhof eröffnete Kaufhaus wichtig für die wirtschaftliche und soziale Struktur des Viertels. „Die Galeria am Rotkreuzplatz ist für Neuhausen-Nymphenburg von zentraler Bedeutung. Sie stellt für die Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Einkaufsmöglichkeit dar und trägt dazu bei, dass der Rotkreuzplatz der lebendige Mittelpunkt unseres Stadtbezirks ist (und bleibt)“, so Ortsvereinsvorsitzender Jörn Retterath. „Die geplante Schließung der Galeria bedroht nicht nur die Arbeitsplätze der dort angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch den umliegenden Einzelhandel, der bislang von der Laufkundschaft des Kaufhauses profitiert hat.“
Die Existenz des Hauses am Rotkreuzplatz ist aktuell auf viele Weisen bedroht: Eine Insolvenz des Gesamtunternehmens war im April 2026 wohl nur durch einen Millionen-Kredit der Eigentümer Bain Capital aus den USA und Bernd Beetz aus Mannheim verhindert worden. Diese Gesellschafter hatten die Kaufhauskette vom Pleite gegangenen Signa-Chef René Benko übernommen. Eine weitere Insolvenz wäre die vierte der Einzelhandelsgruppe seit 2020. Wie angespannt die finanzielle Situation ist, zeigte zuletzt, dass die letzte Monatsmiete für das Anwesen am Rotkreuzplatz nach Recherchen der „Abendzeitung“ nicht gezahlt wurde. Im Januar 2027 soll dieser Mietvertrag bereits auslaufen. Die Besitzerin OFB, eine Tochter der Hessischen Landesbank, die sich auf Projektentwicklung spezialisiert hat, hat der Stadt München schon Pläne für die Zeit danach vorgelegt: Demnach sollen die Obergeschosse – also alles über dem Erdgeschoss – abgerissen werden. Darüber sollen nach ersten Planungen Büros und ein Hotel entstehen, aber nur in sehr geringem Maße Wohnraum.
Der Antrag der SPD-Fraktion zum Erhalt der Galeria am Rotkreuzplatz wurden vom Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg als gemeinsamer BA-Antrag einstimmig beschlossen.