Der Münchner Süden ist der zweitgrößte Stadtbezirk. Über 100.000 Menschen leben hier - das sind etwa so viele wie in Regensburg oder Heidelberg. Wäre der Münchner Süden eigenständig, wäre er eine Großstadt - der aber eine Realschule fehlt. Bis 2031 soll diese Lücke nun geschlossen werden: Dann soll an der Forstenrieder Allee eine Realschule für circa 1.020 Schüler, Lehrkräfte und Erziehungspersonal) fertig sein. Den Standort am Stadtrand halten indes viele für eine Schule für ungeeignet.
Die CSU im Stadtrat hat die Landeshauptstadt jetzt aufgefordert, die Planungen für die neue Realschule an der Forstenrieder Allee aufzugeben.
„Das angedachte Grundstück an der Forstenrieder Allee ist für den Standort einer Realschule nicht geeignet, da es maßgeblich sowohl verkehrlich als auch infrastrukturell Nachteile aufweist”, begründete Stadträtin Veronika Mirlach ihre Initiative. Stattdessen solle die Stadt Planungen für einen Schulcampus an der Drygalski-Allee auf dem Gelände des ehemaligen Thomas-Mann-Gymnasiums aufnehmen.
Nach dem Neubau und Bezug des Thomas-Mann-Gymnasiums an der Gmunder Straße steht das Grundstück an der Drygalski-Allee derzeit leer. Es soll in den nächsten Jahren wieder mit einem neuen Gymnasium bebaut werden. Die CSU möchte nun wissen, ob dort Platz für beide Schulen - Gymnasium und Realschule - wäre. Sie verweist dabei auf den Schulcampus in Fürstenried West als „Modell”. Oberbürgermeister Dieter Reiter solle darlegen, ob eine solche Variante für die Drygalski-Allee geprüft wurde und was dabei herauskam. Er solle zudem offenlegen, welche weiteren Grundstücke im Stadtbezirk 19 für den Neubau einer Realschule geprüft bzw. in Betracht gezogen wurden.
Als weiteren Alternativstandort für eine Realschule hat die CSU die Geisenhausenerstraße / Aidenbachstraße vorgeschlagen. Dort hat die Stadt ein Grundstück gekauft, um ein Berufsschulzentrum zu errichten. Das Areal sei optimal erschlossen. Daher solle auch für dieses Gelände geprüft werden, ob es für die dringend benötigte Realschule geeignet sei, so Mirlach.