Neuer Treffpunkt - Notfalltelefon wird eingerichtet

München · Verlassene Eltern: So geht es weiter

Wenn erwachsene Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen, bleibt diesen nur noch die Erinnerung. Foto: cr

Wenn erwachsene Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen, bleibt diesen nur noch die Erinnerung. Foto: cr

München · Die Selbsthilfegruppe für verlassene Eltern - also Eltern, deren erwachsene Kinder den Kontakt zu ihnen abgebrochen haben - hat nach längerer Suche einen Raum für ihre vierzehntäglich stattfindenden Treffen gefunden.

Nachdem durch die Suche und die unklare Raumsituation mehrere Teilnehmer die Gruppe verlassen hatten, gibt es aktuell einige freie Plätze für Betroffene. Darüber hinaus wird ein Notfalltelefon eingerichtet, bei dem sich Betroffene melden können, wenn sie nicht mehr weiterwissen. Die Nummern werden nicht öffentlich bekanntgegeben, sondern erst nach dem Besuch in der Gruppe rausgegeben, um Extremsituationen zu verhindern. So berichtet die Initiatorin, sie wurde - nachdem sie ihre Nummer herausgegeben hatte - auch zu eher ungewöhnlichen Zeiten von einer anderen Betroffenen angerufen. Inzwischen konnte diese Unstimmigkeit behoben werden.

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Die Selbsthilfegruppe wurde vor etwa einem halben Jahr ins Leben gerufen (wir berichteten). Initiatiorin war eine Münchnerin, die selbst von einem solchen Kontaktabbruch ihres Sohnes betroffen war. In der Anfangsphase musste sich die Gruppe erst finden und die Erwartungen aneinander anpassen. Von den zunächst 20 Personen haben einige die Gruppe bereits in dieser Frühphase verlassen, wie die Gründerin berichtet. Weil die Räumlichkeiten, in denen die Gruppe alle vierzehn Tage zusammenkam, nicht geeignet für diese Treffen war, begann die Suche nach einem anderen Raum. Hier lief es für die Initiatorin, die wie alle Mitglieder der Gruppen anonym bleibt, nicht ganz unkompliziert, aber letztlich konnte mit dem Mütterladen Giesing in der Rißbachstraße 12 eine Vereinbarung getroffen werden. Dort kommt die Gruppe alle vierzehn Tage um 15 Uhr zusammen, das nächste Mal am 1. Februar.

Dort können sich die Betroffenen ihren Leidensgenossen öffnen, anonym und in einem "geschützten Raum", also in einer diskreten Atmosphäre. Nichts von dem, was hier besprochen wird, dringt nach außen. Umgekehrt können sich die Teilnehmer gegenseitig stützen oder auch Rat geben, weil sie vielleicht die eine oder andere Erfahrung selbst schon gemacht haben. Ein Punkt, an dem alle verlassenen Eltern waren und sind, ist die Frage, um sich alles dreht: Warum? - eine Frage, auf die es keine Antwort gibt. Aber die Betroffenen können sich gegenseitig verstehen und stützen. Das ist das Ziel der Selbsthilfegruppe.

Artikel vom 19.01.2019
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