Veröffentlicht am 19.08.2026 12:55

14-Jähriger bedroht Polizisten - und wird angeschossen

Am Dienstag, 18. August, informierte gegen 17.15 Uhr ein Passant den Polizeinotruf 110 und teilte eine männliche, etwa 20 Jahre alte Person mit, die am U-Bahnhof Hohenzollernplatz mit einer schwarzen Schusswaffe offen hantiere. Der Verdächtige sei im Anschluss in einen Linienbus Richtung Kurfürstenplatz gestiegen. Umgehend wurden zahlreiche zivile und uniformierte Einsatzkräfte zur Fahndung eingesetzt.

Gegen 17.30 Uhr erkannten zwei zivile Einsatzkräfte im Rahmen der Fahndung die beschriebene Person gemeinsam mit einem Begleiter an der Kreuzung Herzogstraße/Belgradstraße. Beide bewegten sich in Richtung einer Tramhaltestelle. Die Einsatzkräfte folgten dem jungen Mann. Nach bisherigen Erkenntnissen zog dieser einen laut Polizei „waffenähnlichen Gegenstand” aus der Hose und machte eine Bewegung, als würde er eine Waffe durchladen.

Die Einsatzkräfte forderten den Verdächtigen lautstark auf, die Waffe fallen zu lassen. Der Unbekannte drehte sich mit erhobener Waffe zu den Polizeibeamten um. Daraufhin gab ein Polizeibeamter einen Schuss ab und der Mann wurde am Oberkörper getroffen.

„Sieht Waffe zum Täuschen ähnlich”

Die Einsatzkräfte leisteten bis zum Eintreffen des Notarztes unverzüglich Erste Hilfe. Der Rettungsdienst brachte den Verletzten zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus. Nach aktuellen Erkenntnissen befindet er sich in einem stabilen Zustand. Die verletzte Person konnte erst im Laufe der Nacht im Krankenhaus identifiziert werden. Es handelt sich nach bisherigen Erkenntnissen um einen 14-jährigen Schüler aus dem Landkreis Miesbach. Der bei dem Verletzten sichergestellte waffenähnliche Gegenstand sehe nach Angaben der Polizei „einer echten Waffe zum Täuschen ähnlich”.

Bereich weiträumig abgesperrt

Der Bereich um den Einsatzort wurde umgehend weiträumig abgesperrt. Hierbei wurde auch der öffentliche Personennahverkehr beeinträchtigt. Vor Ort führten die Einsatzkräfte umfangreiche Sicherungsmaßnahmen durch. Dabei wurden unter anderem Videoaufzeichnungen gesichert sowie Zeugen und Anwohnerbefragt. Auch eine Drohne war zur Fertigung von Übersichtsaufnahmen im Einsatz. Nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen vor Ort wurden die Verkehrssperren gegen 22.15 Uhr aufgehoben.

Die weiteren Ermittlungen zur Rechtmäßigkeit des polizeilichen Schusswaffengebrauchs führt das Bayerische Landeskriminalamt unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München I. Die Staatsanwaltschaft hat ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Die Ermittlungen zur Bedrohung durch den 14-Jährigen zum Nachteil der einschreitenden Polizeibeamten führt das Kommissariat 24 der Münchner Kriminalpolizei.

Zeugenaufruf:
Wer hat am Dienstag, 18. August, zwischen 17.15 Uhr und 17.40 Uhr im Bereich der Herzogstraße und Belgradstraße oder an der Haltestelle Clemensstraße Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Tel. 089/29100, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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