Veröffentlicht am 06.08.2026 12:44

Gewalt gegen Polizeibeamte nimmt zu

Die Gewalt gegen Polizeibeamte hat in München insgesamt leicht zugenommen, erheblich jedoch, was gefährliche Körperverletzungen betrifft. (Foto: mha)
Die Gewalt gegen Polizeibeamte hat in München insgesamt leicht zugenommen, erheblich jedoch, was gefährliche Körperverletzungen betrifft. (Foto: mha)
Die Gewalt gegen Polizeibeamte hat in München insgesamt leicht zugenommen, erheblich jedoch, was gefährliche Körperverletzungen betrifft. (Foto: mha)
Die Gewalt gegen Polizeibeamte hat in München insgesamt leicht zugenommen, erheblich jedoch, was gefährliche Körperverletzungen betrifft. (Foto: mha)
Die Gewalt gegen Polizeibeamte hat in München insgesamt leicht zugenommen, erheblich jedoch, was gefährliche Körperverletzungen betrifft. (Foto: mha)

Polizeipräsident Thomas Hampel hat das Lagebild „Gewalt gegen Polizeibeamte im Jahr 2025” im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München vorgestellt. 2025 wurden mit insgesamt 1.352 Fällen 14 Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte mehr als im Vorjahr erfasst, was einer Zunahme von rund einem Prozent entspricht. Im langfristigen Vergleich bewegt sich die Entwicklung auf einem nahezu konstanten Niveau (-1,7 Prozent zu 2016).

Die insgesamt 1.352 Straftaten gegen Polizeibeamtinnen und -beamte im Vorjahr umfassten folgende Gewalttaten: 284 Beleidigungen, 362 Widerstände gegen Polizeivollzugsbeamte, 532 tätliche Angriffe, 118 Körperverletzungen sowie zwei Raubdelikte.

Immer mehr gewaltsame Übergriffe

„Trotz des nur geringen Anstiegs der Straftaten mussten wir eine überproportional hohe Steigerung im Bereich gewaltsamer Übergriffe verzeichnen”, teilt das Polizeipräsidium München mit. Von den 1.352 Straftaten waren 1.014 körperliche Angriffe wie gefährliche Körperverletzungen, Raub oder tätliche Angriffe sowie Widerstandshandlungen. Etwa 75 Prozent aller registrierten Straftaten richteten sich somit direkt gegen die körperliche Unversehrtheit der Polizeikräfte. Der vergleichsweise stabile Verlauf der Gesamtzahlen sei vor allem auf den deutlichen Rückgang der Beleidigungsdelikte zurückzuführen, erklärt das Präsidium.

711 Beamte körperlich verletzt

Besonders besorgniserregend sei die Entwicklung der verletzten Polizeibeamtinnen und - beamten, informiert die Münchner Polizei: Im Jahr 2025 wurden insgesamt 711 Polizisten verletzt - 2024 waren es lediglich 609 gewesen. Seit 2016 ist diese Zahl sogar um rund 60 Prozent gestiegen. Während vor zehn Jahren demnach statistisch etwas mehr als eine Einsatzkraft täglich verletzt wurde, sind es nun nahezu zwei pro Tag.

In 27 Fällen führten Tatverdächtige Hieb- und Stichwaffen mit oder setzten diese gegen Polizeikräfte ein. Ein Großteil der Gewaltdelikte gegen die Beamten ereignete sich im Zusammenhang mit Maßnahmen, die als besonders eingriffsintensiv empfunden werden, wie zum Beispiel Freiheitsentziehungen. „Aber auch Routinemaßnahmen bergen immer ein Eskalationsrisiko”, gibt das Polizeipräsidium an.

Mit 1.020 Personen von 1.190 Tatverdächtigen handelte es sich bei den Beschuldigten überwiegend um Erwachsene, also Personen über 21 Jahren. 96 der Tatverdächtigen waren Heranwachsende unter 21 Jahren, 70 Personen waren Jugendliche und vier waren strafunmündige Kinder unter 14 Jahren.

„Die Hemmschwelle sinkt”

„Dass München nun zum 50. Mal in Folge sicherste Millionenstadt Deutschlands ist, ist zu einem großen Teil der Verdienst unserer professionell agierenden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten”, resümierte Polizeipräsident Thomas Hampel: „Gleichzeitig stellen wir fest, dass die Hemmschwelle sinkt, Polizeikräfte zu beleidigen, zu bedrohen oder gar anzugreifen und dabei zu verletzen. Hinter jeder Zahl steckt ein Mensch, eine Polizeibeamtin oder ein Polizeibeamter, der für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung einsteht. Wer sie angreift, greift nicht nur Menschen in Uniform an. Er greift auch die Werte an, auf denen unser Zusammenleben fußt.”

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