Die Münchner Wohnen hat die umfassende Modernisierung von drei Häusern in der Wilramstraße und der Wageneggerstraße abgeschlossen. Damit setzt das kommunale Wohnungsunternehmen die von der Stadt vorgesehene Weiterentwicklung des Klimaquartiers Ramersdorf fort - und verbindet dabei Klimaschutz mit einer spürbaren Verbesserung der Wohnqualität.
Nach eigenen Angaben hat die Münchner Wohnen die drei Gebäude mit insgesamt 162 Wohnungen aus dem Jahr 1963 umfassend energetisch modernisiert und nun auf den Effizienzhausstandard EH 55 gebracht. Dafür hat das Unternehmen unter anderem die Fassaden und die Kellerdecken gedämmt, 865 Fenster erneuert sowie die Dächer energetisch modernisiert.
Auf den Dächern erzeugt künftig eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 112 Kilowatt-Peak klimafreundlichen Strom. Gleichzeitig wurden die Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen und damit die bisherigen Gasheizungen ersetzt. Darüber hinaus wurde das Entwässerungssystem umgestellt und die technische Gebäudeausstattung umfassend modernisiert.
Die CO₂-Emissionen der Gebäude werden durch die Modernisierung voraussichtlich um etwa die Hälfte reduziert. „Mit jedem abgeschlossenen Projekt kommen wir unserem Ziel eines klimafreundlichen Gebäudebestands sein Stück näher”, sagt Jörg Franzen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Münchner Wohnen: „Das Klimaquartier Ramersdorf zeigt beispielhaft, wie wir energetische Modernisierung, langfristigen Werterhalt und eine hohe Wohnqualität miteinander verbinden. So entwickeln wir unseren Bestand Schritt für Schritt weiter.”
Neben der Klimabilanz der Häuser sei nun auch der Wohnkomfort deutlich besser, teilt das Unternehmen mit. Die bisherigen Loggien sind durch neue Stahlbalkone ersetzt worden. Neue Hublifte im Eingangsbereich ermöglichen einen schwellenfreien Zugang zu den bestehenden Aufzügen, sodass alle Wohnungen jetzt ohne Stufen erreicht werden. Darüber hinaus wurden die Treppenhäuser aufgewertet, neue Fahrradunterstände errichtet sowie die Außenbeleuchtung verbessert. Zahlreiche weitere Instandhaltungsmaßnahmen ergänzen die Modernisierung und sorgen für eine nachhaltige Aufwertung der Gebäude.
Die energetische Modernisierung der drei Häuser ist Teil des Klimaquartiers Ramersdorf, das zwischen Wilramstraße, Rosenheimer Straße und Claudius-Keller-Straße liegt. Der Großteil der rund 9,4 Hektar großen Siedlung wurde um 1950 zur Unterbringung von Angehörigen der US-amerikanischen Luftwaffe in Neubiberg errichtet, weswegen sie bis heute als „Ami-Siedlung” bekannt ist. Hier entwickelt die Münchner Wohnen gemeinsam mit der Landeshauptstadt München ihr erstes klimaneutrales Quartier: Die Siedlung westlich von Rosenheimer Straße und Karl-Preis-Platz nimmt damit eine Vorreiterrolle in der Stadt ein.
Bis Mitte der 2030er-Jahre sollen die Bestandswohnungen energetisch modernisiert worden. Durch Aufstockungen und Neubauten werden zudem rund 260 zusätzliche Wohnungen entstehen. Ergänzt wird die Siedlung unter anderem durch eine neue Quartiersmitte, mehr Grün- und Freiflächen sowie neue soziale Infrastruktur wie eine Kindertagesstätte. Weitere Pilotquartiere dieser Art will die Stadt in der Maikäfersiedlung in Berg am Laim sowie in der Hinterbärenbadstraße in Sendling schaffen.