Veröffentlicht am 19.08.2026 09:55

Volt fordert (aber nur für eine Woche) das Abschleppen von herumstehenden Leih-Scootern

Sind nach wie vor recht beliebte Abstellplätze (auch) für E-Scooter: Feuerwehrzufahrten (aufgenommen am 19. August in der Moosacher Straße). (Foto: job)
Sind nach wie vor recht beliebte Abstellplätze (auch) für E-Scooter: Feuerwehrzufahrten (aufgenommen am 19. August in der Moosacher Straße). (Foto: job)
Sind nach wie vor recht beliebte Abstellplätze (auch) für E-Scooter: Feuerwehrzufahrten (aufgenommen am 19. August in der Moosacher Straße). (Foto: job)
Sind nach wie vor recht beliebte Abstellplätze (auch) für E-Scooter: Feuerwehrzufahrten (aufgenommen am 19. August in der Moosacher Straße). (Foto: job)
Sind nach wie vor recht beliebte Abstellplätze (auch) für E-Scooter: Feuerwehrzufahrten (aufgenommen am 19. August in der Moosacher Straße). (Foto: job)

Einen Tag lang darf man Andere gefährden

Einen ganzen Tag lang dürfen Verleihfirmen ihre Scooter überall im Weg herumliegen lassen, auch wenn es Andere ärgert und u.a. sehbehinderte Fußgänger in ernsthafte Gefahr bringt. Die Stadt duldet diese Rücksichtslosigkeit und zeigt sich in der Selbstverpflichtungserklärung, die die Scooter-Firmen abgeben, überaus geduldig: „Fahrzeuge, die so abgestellt sind, dass dies nicht den gesetzlichen ... Vorgaben ... entspricht, werden vom Anbieter innerhalb von 24 Stunden umverteilt”, heißt es dort.
Wir haben beim städt. Mobilitätsreferat nachgefragt: Warum wird z.B. ein Autofahrer bestraft, sobald er zehn Minuten auf einem Gehweg parkt, wenn zugleich Scooter 24 Stunden lang behindernd auf Gehwegen herumliegen dürfen? Die Antwort reichen wir an dieser Stelle nach.

    Im Schnitt stehen oder liegen Leih-Scooter 99 % der Zeit herum und versperren Gehwege und Kreuzungen, rechnet die Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat vor. Deswegen sollen sie - im Rahmen einer Schwerpunktwoche - „abgeschleppt” werden, wenn sie andere behindern.

    Geändert hat sich nichts

    So wichtig Scooter als Form der Mikromobilität sind, z.B. für die letzte Meile von einer S-Bahnstation nach Hause, so ärgerlich sind sie oft für alle,die auf Gehwegen unterwegs sind. Für Kinder oder Menschen mit Behinderungen sind sie nicht nur ein Ärgernis, sondern zudem gefährlich, wenn es zu Unfällen kommt. Das Thema wird seit Jahren immer wieder vorgebracht mit Anträgen, technischen Lösungen und Gesprächen mit Betreiberfirmen. Geändert hat sich dadurch jedoch nicht viel. Behinderndes Abstellen von Leihfahrzeugen ist zwar unzulässig, wird aber kaum geahndet.

    „Drastischere” Maßnahme

    Daher wird nun eine drastischere Maßnahme gefordert: Behindernd abgestellte Leih-Scooter werden abgeschleppt - im Rahmen einer Schwerpunktwoche der kommunalen Verkehrsüberwachung / Polizei. Die Betreiberfirmen können Scooter gegen entsprechendes Verwarngeld und Verwaltungskostengebühr am Einsammelort wieder abholen. Damit sollen Betreiber als Teil der Problemlösung in die Pflicht genommen werden. In anderen europäischen Städten gibt es bereits strenge Abstellregeln, die technisch von den Betreiberfirmen durchgesetzt werden.

    Hilft „freundlich” weiter?

    Alexandra Lang, mobilitätspolitische Sprecherin der Volt-Stadtratsfraktion, sagt: „Leih-Scooter dürfen Spaß machen. Aber sie dürfen abgestellt andere Verkehrsteilnehmende nicht behindern! Wenn sie das tun, werden sie abgeschleppt. So simpel. Betreiberfirmen von Leih-Scootern müssen sich selbst als Teil der Lösung sehen und dürfen ihre Verantwortung im öffentlichen Raum nicht abwälzen. Daran möchten wir sie hiermit freundlich, aber deutlich erinnern.”

    Verbesserungen „dringend nötig”

    Nur durch Flottenobergrenzen, festgelegte Abstellflächen und Sondernutzungserlaubnisse, die bei Zuwiderhandlungen auch entzogen werden können, wird sich die Abstellsituation im öffentlichen Raum langfristig verbessern, so Volt. Als Akutmaßnahme beantragt die Stadtratsfraktion die „Schwerpunktwoche Leih-Scooter”, um Gefahrensituationen zu verhindern. Spürbare Verbesserungen seien auf Münchner Gehwegen dringend nötig.

    www.scooter-melder.de

    Jeder kann über www.scooter-melder.de falsch abgestellte Roller melden. Die Anbieter bitten dabei um GPS-Position, sechsstelliges Kennzeichen, sechsstellige Nummer unterhalb des QR-Codes auf dem Fahrzeuglenker und ein Bild des Scooters.

    Am Laimer Platz erklärt Stefan Unterstraßer, warum auf dem Gehweg zurückgelassene Roller für ihn gefährliche Stolperfallen sind. Zudem machen es ihm die Scooter wie hier unmöglich, sich mit seinem Taststock an der Kante entlang des U-Bahn-Aufzugs und des Gehweg zu orientieren. (Foto: job)
    Am Laimer Platz erklärt Stefan Unterstraßer, warum auf dem Gehweg zurückgelassene Roller für ihn gefährliche Stolperfallen sind. Zudem machen es ihm die Scooter wie hier unmöglich, sich mit seinem Taststock an der Kante entlang des U-Bahn-Aufzugs und des Gehweg zu orientieren. (Foto: job)

    „Machen Sie Fotos!”

    In Bayern ist es 2022 zu einem massiven Anstieg von Unfällen mit E-Scootern gekommen. Bis Ende Oktober registrierte die Polizei 1.097 Unfälle mit den „Elektrokleinstfahrzeugen”. Im Vorjahreszeitraum waren es erst 762 gewesen. Auch die Zahl der dabei Verletzten stieg von 663 auf 1.040. Noch gefährlicher sind die Roller, wenn sie auf Gehwegen zurückgelassen werden. Oft sind sie dort Hürden für Fußgänger, denen nicht jeder gut ausweichen kann.
    26.11.2024 16:03 Uhr
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    Für viele sind E-Scooter ein Plage, weil sie zu oft rücksichtslos auf Geh- und Radwegen zurückgelassen werden und diese blockieren. Auch an roten Ampeln fallen E-Scooter-Fahrer öfter als alle anderen negativ auf. (Foto: job)

    Wie E-Scooter-Fahrer Münchens Ampeln ignorieren: Eine alarmierende Verkehrsstudie des ADAC

    Roller und Rot - das passt offenbar nicht gut zusammen
    05.02.2025 11:50 Uhr
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    E-Scooter blockieren diese Feuerwehrzufahrt (links) an der Moosacher Straße und lassen für Passanten (rechts) kaum Platz auf dem Gehweg. Der Voi-Sprecher meint dazu: „Die Diskussion kommt zur falschen Zeit”. (Foto: job)
    E-Scooter blockieren diese Feuerwehrzufahrt (links) an der Moosacher Straße und lassen für Passanten (rechts) kaum Platz auf dem Gehweg. Der Voi-Sprecher meint dazu: „Die Diskussion kommt zur falschen Zeit”. (Foto: job)

    E-Scooter-Anbieter beschweren sich - weil Bürger sich beschweren

    Immer wieder berichten uns Leser von Problemen mit rücksichtslos auf Gehwegen abgestellten E-Scootern. Seit zwei Jahren erhalten wir immer wieder Bilder von solchen Stolperfallen. Von einem „E-Scooter-Chaos” wollen die, die mit den kleinen Flitzern ihre Brötchen verdienen, aber nichts wissen. „Die Anbieter nehmen Beschwerden über falsch abgestellte E-Scooter sehr ernst”, erklärte jetzt ein Sprecher des E-Scooter-Anbieters Voi - und überschrieb sein Erstnehm-Versprechen mit der Behauptung „'E-Scooter-Chaos' ist ein überholtes Vorurteil”. Das tat er im Namen der Plattform Shared Mobility (das ist ein Verbund der Verleih-Firmen Bolt, Lime, Uber und Voi).
    26.11.2024 16:27 Uhr
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