Eine „Disney-World der Technik“, eine Knoff-Hoff-Show zum Mitmachen ist das neu eröffnete Science Center von „curiocity“. Auf 360 Quadratmetern sind 60 tolle Experimente für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aufgebaut – zum Ausprobieren! „Wir sprechen alle an von 3 bis 99 Jahren, die Spaß an Technik, Physik, Mathematik und Naturwissenschaft haben“, sagt curiocity-Gründer Kim Ludwig-Petsch.
Wie entsteht eigentlich ein Tornado? Kann man mit einem Fahrrad Strom erzeugen? Wie war das mit dem weißen Licht, das aus mehreren Farben aufgebaut ist? Warum ist ein kurzes Pendel schneller als ein langes? Wie verändert sich mein Kopf im Zerrspiegel? Kann ich das Riesen-Puzzle oder die Pyramide aus runden Elementen selbst erstellen? Das sind nur einige der 60 Experimente, die die curiocity-Helfer in den letzten Wochen auf die Schnelle in den ehemaligen Edeka-Supermarkt eingebaut haben. „Geplant war das anders“, berichtet Ludwig-Petsch. Gegründet haben sie „curiocity“ im November 2024, Partner waren von Anfang an die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und die Stadt Freising, vom Freistaat bekamen sie eine finanzielle Anschub-Förderung. „Unsere Idee ist, MINT, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, in der Region Freising zu stärken und die Neugierde und das Interesse daran nachhaltig zu fördern.“ Dazu veranstalten sie regelmäßig Workshops in Schulen und Büchereien, Vorträge und monatlich eine „MINT-Garage“ für Kinder zwischen sieben und 14 Jahren. Dabei geht’s vom Kartoffel-Stempeldruck übers Färben mit Pflanzen, dem Erzeugen von Strom mit Früchten, Roboter aus Legosteinen, Magnetismus-Experimente oder die Programmierung des Calliope-Minicomputers. „Wir wollten ein großes Science-Center eröffnen, wo die Experimente ständig zu sehen und durchzuführen sind. Lange versprach uns die TUM Räume am Flughafen – ganz kurzfristig zog sie ihre Zusage zurück“, bedauert Ludwig-Petsch. Rasch mussten sie neue Räume finden, die nichts oder nur sehr wenig kosten. „Wir wollen ja moderate Eintrittspreise und könne daher nicht viel zahlen.“ Die Sparkasse Freising-Moosburg half curiocity aus und überließ ihnen die Räume in der Unteren Hauptstraße. „Allerdings haben wir nur eine Zusage für zwei Monate und es sind nur 360 Quadratmeter, wir hätten viel mehr Experimente, da wir mit über 1300 Quadratmetern am Flughafen geplant haben.“
Das Motto im ersten Science Center in Bayern lautet: „Psssst … Neugier ausdrücklich erlaubt“. Der ganze Stolz im Science Center ist ein „Nebel-Tornado“, den Exponate-Entwickler Jürgen Bolle gebaut hat, er ist der große Tüftler des Teams. „Der Tornado ist so wie viele Experimente selbst entwickelt. Zwar gibt es von anderen Science Centern Ideen und Vorschläge, aber das sind keine Bauanleitungen“, sagt Bolle. Nun sieht man das Auge eines ungefährlichen Tornados – über 60 davon gibt es jährlich in Deutschland, durch die heißen Sommer werden es immer mehr - kann ihn sogar mit der Hand ablenken. Daneben ist ein Windkanal, neben einem Holzfahrrad zum Strom erzeugen, in einem speziellen Farbenraum mit verschiedenen Lampen werden Bananen rot oder verschwinden die Farbplättchen an der Wand. Auf einer kleinen Bühne wollen sie auch „Science-Shows“ veranstalten, zudem Workshops.
Wer von den Experimenten nicht genug hat, kann einige davon sogar käuflich erwerben. „Die haben wir mit Mamas, Papas und Kindern ausführlich getestet, dass es kein billiger Schmarrn ist“, betont Melanie Spornraft. Das geht von einer Zeichenmaschine über einen Ventilator, einen „heißen Draht“, Tresore, Anti-Stress-Gehirne, Kristalle züchten bis kinetischen Sand. Dazu zahlreiche Bücher mit naturwissenschaftlichen Tricks und Maker-Workshops.