Fast 200 Jahre alt und kein bisschen verstaubt: Die Burg Schwaneck – der lebendig gewordene Traum des Bildhauers Ludwig von Schwanthaler – steht seit 1843 am Isarhochufer. Nach wechselnden Besitzern übergab der Landkreis München 1956 die Burg Schwaneck an den Kreisjugendring München-Land (KJR) und damit an die „Jugend“. Seither ist die Burg ein lebendiger Ort, der für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf vielfältige Art und Weise genutzt wird – das Gebäude-Ensemble ist für viele ein magischer Ort. Mit einem Festakt und der Ehrenamtsgala unter dem Motto „Ein Abend voller Magie“ feierten geladene Gäste mit Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden des KJR das 70. Jubiläum „KJR auf der Burg Schwaneck“.
Unter der Trägerschaft des Kreisjugendring München-Land vereint das heutige Bildungszentrum Jugendherberge, Jugendbildungsstätte und Naturerlebniszentrum unter einem Dach. Die Gäste, egal ob Jugendgruppe, Seminarteilnehmer, Tagungsgast oder Individualreisende, finden in den Räumlichkeiten einen geschützten Ort zum Lernen, Ausprobieren und Erleben vor. „Die Burg ist ein Ort von und für Jugendliche, ein Ort der Mitbestimmung und der Jugendarbeit. Und ein Ort, der sich für die Rechte von Kindern und Jugendlichen einsetzt. Als Jugendbildungsstätte sind wir ein Lernort, der Fragen stellt, zur Reflexion anregt und Wissen in Zeitgeschehen einordnet,” erklärten Melanie Hedderich und Dr. Marina Ginal, die als Leitungsduo seit September 2025 die Geschicke des Bildungszentrums lenken.
Dies bestätigte auch Annette Ganssmüller-Maluche: „Die Burg Schwaneck ist ein idealer ‚Kraftort‘ für die Jugendarbeit.“ Der Kreisjugendring sei ein Seismograf für Bedürfnisse der Jugend im Landkreis, ein Impulsgeber für die Politik. Gerade die Anpassung an veränderte Lebensrealitäten junger Menschen erfordere Wissen über die passende Weiterentwicklung von Unterstützungsstrukturen. „So einen dynamischen, energetischen Kraftort wie die Burg Schwaneck brauchen wir, um auch in Zukunft zeitgerechte Ideen zur Stärkung junger Menschen zu entwickeln,“ betonte Ganssmüller-Maluche.
Das sieht auch Daniel Gögelein so mit Blick auf Zeiten, in denen vieles unsicher wirkt – Kriege, Klimakrise, gesellschaftliche Spannungen: „Genau da kommen auch Themen ins Spiel, die uns im Kreisjugendring gerade stark beschäftigen: soziale Handlungskompetenz, zuversichtliche Zukunftsorientierung und die Frage, wie wir junge Menschen stärken – nicht nur im Kopf, sondern auch im Inneren“, führte der KJR-Vorsitzende aus: „Und ich finde, die Burg Schwaneck ist genau der Ort, an dem all das zusammenkommt. Seit 70 Jahren schafft diese Burg Räume für Begegnung, für Lernen und für Erinnerungen, die bleiben. Und ich glaube, genau das ist auch unser Auftrag für die Zukunft: Dass diese Burg auch in den nächsten 70 Jahren ein Ort bleibt, an dem junge Menschen nicht nur Zeit verbringen – sondern ihre Welt verstehen und mitgestalten lernen.“