Als die Diakonie München und Oberbayern im Januar 2021 mitten in der Corona-Pandemie das Zentrum für freiwilliges Engagement „z'sam” eröffnete, war vieles ungewiss: Persönliche Begegnungen waren eingeschränkt, gesellschaftliche Verwerfungen wurden spürbar. Und doch entstand mit „z'sam” ein Ort, der von Anfang an auf Dialog setzte.
Heute, fünf Jahre später, hat sich das „z'sam” als feste Größe etabliert und zahlreiche Münchner bestärkt, sich zu engagieren. Gleichzeitig unterstützt es Organisationen, Kirchengemeinden, Initiativen und Vereine bei der Gewinnung und Begleitung von Freiwilligen, und zwar träger- und stadtteilübergreifend.
„Das z'sam ist viel mehr als eine Freiwilligenagentur: Hier treffen ganz unterschiedliche Menschen aufeinander, tauschen sich aus und arbeiten gemeinsam an Projekten. Es ist eindrucksvoll, wie sich das z'sam zu einem lebendigen Ort des Engagements entwickelt hat”, lautet das Resümee von Andrea Betz, der Vorstandssprecherin der Diakonie München und Oberbayern.
„Vielfalt war von Beginn an ein zentraler Baustein unserer Arbeit”, betont Sabine Bankauf, Leiterin des „z'sam” und des Referats Ehrenamt & Engagement bei der Diakonie München und Oberbayern. „Uns ging es von Anfang an darum, auch Menschen für ein Engagement zu gewinnen, die vielfältige Lebenserfahrungen mitbringen – etwa durch den Umgang mit einer Erkrankung oder durch Erfahrungen von Flucht und Neuanfang.” Insgesamt sei der Wunsch nach flexiblen Engagementmöglichkeiten hoch. „Ehrenamt ist heute sehr individuell, oft stark projekt- und themenbezogen“, erklärt Bankauf. Sie beobachtet: Viele Menschen wollten sich engagieren, könnten oder wollten sich aber nicht langfristig binden. Gefragt seien überschaubare, zeitlich begrenzte Einsätze, die sich mit Beruf, Familie oder Studium vereinbaren lassen. Gleichzeitig zeige sich, dass gerade diese Flexibilität neue Zielgruppen und Perspektiven für das Ehrenamt öffne.
Inzwischen unterstützt das Freiwilligenzentrum soziale Einrichtungen, Initiativen und Kirchengemeinden bei der Umsetzung diversitätsorientierter Strategien im Freiwilligenmanagement. „In einer vielfältigen Gesellschaft ist es wichtig, unterschiedliche Lebensrealitäten mitzudenken“, so Bankauf.
Und noch etwas ist über die vergangenen fünf Jahre eine Konstante geblieben: das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamtlichen. Bis heute bringen sich Freiwillige aktiv in die Gestaltung des Zentrums ein: mit fachlichen Kompetenzen etwa in der Beratung, der Öffentlichkeitsarbeit oder im digitalen Bereich ebenso wie mit persönlichen Ideen. Dieser partizipative Ansatz sorgt dafür, dass sich das Angebot stetig weiterentwickelt und neue Perspektiven einfließen. Die Engagierten wirken zugleich als Botschafterfür freiwilliges Engagement in der Stadt.
Knapp ein Jahr nach der Gründung zeigte sich dann, was Ehrenamt bewegen kann: „Mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine erlebte München erneut eine Welle der Solidarität”, blickt Bankauf zurück. Auch das z'sam reagierte mit dem Projekt „Nachbarschaft und Engagement” und unterstützte Leute, die Geflüchtete bei sich aufgenommen hatten – etwa durch Mini-Kurse in Ukrainisch, Austauschtreffen und Qualifizierungsangebote.
Heute unterstützt das Freiwilligenzentrum rund 160 Partnerorganisationen, berät jährlich bis zu 150 Menschen persönlich und erreicht mit Informationsveranstaltungen und eigenen Projekten 1.000 bis 1.500 Interessierte. Projekte wie „Come Together”, ein regelmäßiger Lerntreff für Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung, Kleidertauschpartys oder der Freiwilligentag München Mitte zeigen, wie abwechslungsreich Engagement sein kann.