Die Gemeinde Seefeld plant, das Gewerbegebiet am Jahnweg im Aubachtal deutlich zu erweitern. In einer nicht-öffentlichen Sitzung am 2. Dezember beschloss der Gemeinderat den Ankauf weiterer Grundstücke in Oberalting zur Ausweitung des geplanten Gewerbegebiets. Zusammen mit bereits in der Ära von Bürgermeister Gum erworbenen Flächen stehen damit künftig mehr als vier Hektar für eine gewerbliche Bebauung zur Verfügung. Die Entscheidung schafft damit die planerischen Voraussetzungen für eine noch großflächigere Entwicklung des Gebiets.
Die Bürgerinitiative Eichenallee kritisiert dieses Vorgehen scharf. Nach ihrer Einschätzung stellt die Erweiterung einen schwerwiegenden Eingriff in ein ökologisch hochsensibles Landschaftsgebiet dar und widerspricht grundlegenden politischen Zusagen und Planungsgrundsätzen der Gemeinde.
Besonders schwer wiegt aus Sicht der Initiative, dass Parteien, die sich im Kommunalwahlkampf 2020 ausdrücklich für den Schutz des Aubachtals ausgesprochen hatten, die Erweiterung nun aktiv unterstützen. Albert Augustin von der Bürgerinitiative Eichenallee erklärt dazu: „Im Wahlkampf 2020 wurde den Bürgern der Schutz des Aubachtals versprochen. Jetzt stimmte die Mehrheit für weitere Flächenkäufe. Solche leeren Versprechungen schaden nicht nur der Natur, sondern auch der Demokratie.“
Die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets steht nach Auffassung der Bürgerinitiative in deutlichem Widerspruch zum Leitlinienkonzept der Gemeinde Seefeld. Darin verpflichtet sich die Gemeinde unter anderem zu einem sparsamen Umgang mit Flächen, zum Schutz von Klima, Wasser und Landschaft sowie zur Vermeidung von Bebauung in ökologisch sensiblen Bereichen.
Neben den ökologischen Schäden sieht die Bürgerinitiative erhebliche wirtschaftliche Risiken. Die Erschließung der Flächen ist aufgrund des hohen Grundwasserstands technisch aufwendig und kostenintensiv. Insbesondere die Regenwasserrückhaltung und die Entwicklung der Infrastruktur gestalten sich schwierig, da die Zuwegung über die Mühlbachstraße durch Wohngebiet erfolgt. Nicht nur während der Bauphase wird es dort zu einer erhöhten Verkehrsbelastung der Anwohner kommen.
Zudem seien bestehende Gewerbeflächen in der Gemeinde noch nicht vollständig genutzt, und es stünden mit weniger sensiblen Standorten, etwa am Oberfeld, deutlich geeignetere Alternativen für eine nachhaltige Gewerbeansiedlung zur Verfügung.