Veröffentlicht am 04.09.2026 16:59

Regionalliga-Reform: DFB will Hängepartie beenden

Bundesweit protestieren Fans, wie hier in München, für eine Regionalliga-Reform und die Annahme des Kompass-Modells. (Foto: Anne Wild)
Bundesweit protestieren Fans, wie hier in München, für eine Regionalliga-Reform und die Annahme des Kompass-Modells. (Foto: Anne Wild)
Bundesweit protestieren Fans, wie hier in München, für eine Regionalliga-Reform und die Annahme des Kompass-Modells. (Foto: Anne Wild)
Bundesweit protestieren Fans, wie hier in München, für eine Regionalliga-Reform und die Annahme des Kompass-Modells. (Foto: Anne Wild)
Bundesweit protestieren Fans, wie hier in München, für eine Regionalliga-Reform und die Annahme des Kompass-Modells. (Foto: Anne Wild)

Die geplante Regionalliga-Reform im Männerfußball, die eine Reduzierung der bestehenden fünf Regionalligen auf vier vorsieht, um künftig allen Regionalliga-Meistern ein Aufstiegsrecht in die 3. Liga zu ermöglichen, drohte nach der Intervention einiger Regional- und Landesfürsten innerhalb des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sowie einer gescheiterten Abstimmung zu einer endlosen Geschichte zu werden. Nun soll jedoch laut Medienberichten der Bild-Zeitung und des Kicker-Magazins DFB-Präsident Bernd Neuendorf die Sache an sich gezogen haben und auf eine rasche Entscheidung drängen.

Nach der bisherigen Regelung haben nur die Meister aus den Regionalligen West und Südwest ein direktes Aufstiegsrecht. Die Titelträger aus dem Norden, Nordosten und Bayern stellen in einem jährlich wechselnden Turnus einen dritten Aufsteiger, die beiden verbliebenen Staffelmeister spielen in Playoffs mit Hin- und Rückspiel den vierten Aufsteiger aus. Einer bleibt dabei auf der Strecke. Das empfinden nicht wenige als ungerecht und fordern: alle Meister müssen aufsteigen. Bundesweit favorisiert wird von Vereinen und Fans das sogenannte Kompass-Modell, das über einen Zeitraum von vier Monaten in einer Arbeitsgruppe des DFB entwickelt wurde.

Bei diesem sollen die teilnehmenden Vereine auf vier Regionalligen – die Staffeln Süd, West, Nord und Ost – nach geografischen Gesichtspunkten von Saison zu Saison neu aufgeteilt werden. Entgegen der bisherigen Praxis, würde sich das Teilnehmerfeld dann nicht mehr nach starren Verbandsgrenzen richten, sondern anhand der kürzesten Fahrstrecken ermittelt werden. In der Folge könnte ein Verein in Grenznähe also mal in der einen, mal in der anderen Staffel spielen. Vereine aus den Landesverbänden im Norden, Westen und Nordosten haben sich mehrheitlich für das Kompass-Modell ausgesprochen. Anders stellt sich die Situation im Südwesten und in Bayern dar. Hier fand das Modell unter den Vereinsvertretern (aus 3. Liga, Regionalliga, 5. Liga) keine Mehrheit.

Als Alternative zum Kompass-Modell wurde in der DFB-Arbeitsgruppe über das sogenannte Regionen-Modell diskutiert. Dieses sah vor, dass die Regionalliga Nordost aufgelöst wird und ihr Teilnehmerfeld auf die Regionen Nord (mit Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern) und Bayern (mit Thüringen und Sachsen) verteilt wird. Unangetastet geblieben wären dabei der Westen und Südwesten. Die Folge wären deutlich weitere Fahrtstrecken.

Ende Juli stimmten die Vereine der 3. Liga sowie der Regional- und Oberligen in ganz Deutschland ab: Im Westen (60,9 Prozent), Norden (61,5 Prozent) und Nordosten (76,3 Prozent) favorisierten die Vertreter das Kompass-Modell. Im Südwesten erreichte das Regionen-Modell die Mehrheit (93,1 Prozent), in Bayern sprachen sich die Vereine (52,4 Prozent) für die Ausarbeitung völlig neuer Modelle aus. Mit diesem uneinheitlichen Votum scheiterte die Regional-Reform vorerst, da sich die Vereine aller fünf Regionen nach dem Wunsch des DFB einstimmig auf ein Modell hätten einigen müssen.

Kritiker monieren, dass den Vereinsvertretern beim Kompass-Modell plötzlich etwas anderes zur Abstimmung vorgelegt worden sei, als in der ursprünglichen Version vereinbart und womöglich deshalb keine Mehrheit zustande kam So wäre innerhalb der Arbeitsgruppe stets von 20 Klubs in jeder der vier Staffeln die Rede gewesen – in der Abstimmung standen aber plötzlich nur noch 18 Vereine verzeichnet. Sie vermuten einen „Taschenspielertrick“, um eine Reform zu verhindern, die für einzelne Regional- und Landesverbände mit einem Autonomieverlust verbunden wäre. Die Regionalliga Bayern wäre dann beispielsweise Geschichte und würde in einer Regionalliga Süd aufgehen.

DFB-Präsident Neuendorf will dem Vernehmen nach noch in diesem Jahr einen entsprechenden Beschluss auf einem DFB-Bundestag herbeiführen. Er soll ebenfalls das Kompass-Modell präferieren. In zahlreichen Stadien war es während der vergangenen Wochen zu Fanprotesten gekommen. In den Kurven der Republik ist die Meinung zur Reform einhellig: Das Kompass-Modell muss kommen. Treffen die DFB-Delegierten mehrheitlich eine Entscheidung dafür, könnte die Umsetzung frühestens zur Saison 2028/2029 erfolgen. Die Spielzeit 2027/2028 wäre dann die Qualifikationssaison. (as)

Quellen:
https://www.kicker.de/streit-um-regionalliga-reform-dfb-will-kompass-modell-durchsetzen-1249042/artikel

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