Pünktlich zum 40. Geburtstag des Heimatmuseums Wolfschneiderhof präsentiert Heimatpfleger Michael Müller das neue Konzept, mit dem der rund 300 Jahre alte Hof neu aufgestellt und für Besucher noch interessanter gestaltet werden soll.
„Die Museumspädagogik hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Wollte man früher möglichst viel, am besten alle seine Schätze zeigen, so setzt man heute auf ausgewählte Stücke, die anschaulich für die jeweiligen Verhältnisse sind”, erläuterte Michael Müller bei einem Pressegespräch. Und Schätze gab es im Wolfschneiderhof gar viele, hatte doch der Museumsgründer, der ehemalige Heimatpfleger Ernst Kistler, eine beachtliche Sammlung zusammengetragen.
Der Grundstein des Museums an der Münchner Straße wurde 1983 gelegt, als Ernst Kistler den Gemeinderat überzeugte, den langsam verfallenden Hof für rund 1 Million DM zu kaufen. Damit der Hof überhaupt als Museum fungieren konnte, musste er aufwendig saniert werden. So wurde er schließlich 1986 für das Publikum eröffnet. Auch hier investierte die Gemeinde wieder kräftig, rund 1,2 Millionen DM wurden dafür ausgegeben. Dabei war der Wolfschneiderhof um einen Veranstaltungsstadel erweitert worden, der Raum für ein geselliges Miteinander bietet.
Ernst Kistler, der von 1981 bis 2010 Heimatpfleger war, hatte zahlreiche Gegenstände aus Bauernhöfen im gesamten Voralpenland gesammelt und dabei rund 3.000 Exponate erworben. Diese Sammlung reichte vom Rosenkranz über eine Kutsche, von der Dampfmaschine bis hin zur Wärmflasche. Um den Hof und das Museumgsgelände in Schuss zu halten, wurde der Verein „Freunde des Wolfschneiderhofes” gegründet, der regelmäßig zu Veranstaltungen einlädt und sich um die Pflege des Areals, wie beispielsweise den Bauerngarten, kümmert. Ziel war es die Lebensumstände im damaligen Taufkirchen zu zeigen. Sehr bescheiden war das damalige Leben, von harter Arbeit und tiefer Frömmigkeit geprägt.
Um diese Zeit für die Leute anschaulicher zu gestalten, haben sich Michael Müller und neu hinzugekommen, Dr. Dietmar Kunze, schlau gemacht in Sachen Museumspädagogik und angefangen das Museum neu zu strukturieren. Viele Gegenstände wurde deshalb ausgelagert, um den übrigen Exponaten genügend Raum zur Betrachtung zu lassen. „Wir sind noch lange noch nicht fertig”, betont Michael Müller. Das Problem: Dem Verein fehlt der Platz, um die aussortierten Stücke zu lagern, den weggeschmissen werden nur sehr wenige davon. „Geld ist knapp, aber wir sind weiterhin auf der Suche nach einem passenden Lagerraum”, so Michael Müller. Noch dringender aber werden Freiwillige gesucht, die Lust haben sich bei der Präsentation des Museums zu beteiligen und vielleicht vor allem für Kinder gemeinsam mit Michael Müller und Dietmar Kunze ein geeignetes Programm entwerfen und zu präsentieren.
Mit zahlreichen Vorführungen und Vorträgen soll vom 15. bis 22. Mai nun der große Geburtstag gefeiert werden. Hier reicht das Programm vom Backtag im Backhäusl über das Museumsfest bis hin zum Seniorennachmittag. Wer auf keinen Fall solange warten möchte, um das neu gestaltete Museum zu sehen, hat dazu am Sonntag, 8. Februar, von 14 bis 17 Uhr Gelegenheit. Der Eintritt ist jeweils frei, Spenden für die Museumsarbeit sind willkommen. Wer sich für eine Mitarbeit im Museum bzw. im Museumsverein interessiert, kann sich bei Michael Müller per E-Mail: MMueller@meintaufkirchen.de melden.