Friedrich Kardinal Wetter gab sich mit Staatsministerin Christa Stewens am vergangenen Samstag die Klinike in die Hand. Einhellige Meinung: Ein wunderschönes Haus, das den Ordensschwestern in Zukunft eine »Heimat und geistige Mitte« sein wird.
»Mutterhaus« wird der neue Ordenssitz deshalb genannt, weil die Generaloberin der Barmherzigen Schwestern früher »Mutter« gerufen wurden. Die amtierende Generaloberin Schwester Theodolinde sieht in dem Umzug von den beengten räumlichen Verhältnissen in der Münchner Innenstadt in die »familiäre, ländliche« Atmosphäre Berg am Laims einen »Meilenstein« für die Kongregation: »Genau vor 175 Jahren, am 10. März 1832, zogen die ersten Ordensschwestern in die Räume des Krankenhauses in der Ziemsenstraße, um Kranke zu pflegen.«
Viel ist passiert in der Zwischenzeit. Doch der Grundgedanke ist stets der gleiche geblieben mit selbstlosem Einsatz den Bedürftigen helfen. Und um dies leisten zu können »muss man in sich ruhen«, meint Stewens. Dies könne man wiederum nur erreichen, wenn auch rein äußerlich ein festes Zentrum da sei, aus dem heraus man sicher agieren könne. Denn: »Wer viel mit anderen und für andere tut, der braucht selbst einen Urgrund, in dem er sich sammeln kann und neue Kräfte findet«, so die Ministerin. Und genau das haben die rund 450 Schwestern in dem, nach den griechischen Buchstaben Alpha und Omega gestalteten Gebäude in der Vinzenz-von-Paul-Straße 1 gefunden.
In unmittelbarer Nähe zum Alten- und Pflegeheim St. Michael gelegen, ist das Mutterhaus auch gleichzeitig organisatorische Zentrale der Ordensgemeinschaft. Hierzu gehören auch insgesamt rund 1500 weltliche Mitarbeiter, die unter anderem in den ordenseigenen Adelholzener Alpenquellen tätig sind.
Aus Erlösen dieses Wirtschaftsunternehmens und aus extra angelegten Rücklagen wurde der Neubau finanziert. Wie teuer das imposante Berg am Laimer Gebäude allerdings genau war, wollten die Verantwortlichen nicht verraten aber dass man tief in die Tasche greifen musste, scheint angesichts der Ausstattung des Gebäudes außer Frage zu stehen. Andrea Koller