Wie lebt man weiter, wenn man sterben sollte? Diese Frage zieht sich durch das Werk von Grete Weil, Schriftstellerin, Fotografin und Überlebende der Shoah. Am Montag, 9. November, um 19 Uhr, lassen Schauspielerinnen und Schauspieler der Münchner Kammerspiele in der Monacensia im Hildebrandhaus (Maria-Theresia-Straße 23) mit der szenischen Lesung „Oft wollte ich weglaufen, nie habe ich es getan“ Texte und biografische Zeugnisse Grete Weils zu Wort kommen.
Grete Weil wurde 1906 in eine liberale jüdische Münchner Familie geboren. Ihr Mann Edgar Weil, Dramaturg der Kammerspiele, wurde 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Haft genommen. Nach seiner Freilassung floh das Paar nach Amsterdam.
1941 wurde Edgar Weil bei einer Razzia auf offener Straße verhaftet, in das oberösterreichische Konzentrationslager Mauthausen verschleppt und ermordet. Grete Weil überlebte im Versteck. Schreibend bleibt sie im Gespräch mit ihm und versucht, Abwesenheit in Gegenwart zu verwandeln. Grete Weils Texte werden gelesen von Annika Neugart, Samuel Koch und Kim Twiddle, unter der Regie von Sapir Heller.
Die Veranstaltung der Monacensia findet in Kooperation mit den Münchner Kammerspielen im Begleitprogramm zur bis März 2028 laufenden Ausstellung „Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv“ statt. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht. Eine Vormerkung auf der Warteliste ist möglich per E-Mail an monacensia.programm@muenchen.de.