Veröffentlicht am 28.02.2026 06:00

Kunst zum Gernhaben: Gabriele Dräger verbreitet mit Smileys öffentlich gute Laune

Manche haben einen Lippenstift in der Handtasche, Gabi Dräger hat stets einen Spezialstift dabei. Die Prinzessin hat sie übrigens auf Ratschlag eines kleinen Mädchens zum ersten Mal angefertigt. Ein guter Tipp, denn jetzt malt sie sie immer wieder.  (Foto: mha)
Manche haben einen Lippenstift in der Handtasche, Gabi Dräger hat stets einen Spezialstift dabei. Die Prinzessin hat sie übrigens auf Ratschlag eines kleinen Mädchens zum ersten Mal angefertigt. Ein guter Tipp, denn jetzt malt sie sie immer wieder. (Foto: mha)
Manche haben einen Lippenstift in der Handtasche, Gabi Dräger hat stets einen Spezialstift dabei. Die Prinzessin hat sie übrigens auf Ratschlag eines kleinen Mädchens zum ersten Mal angefertigt. Ein guter Tipp, denn jetzt malt sie sie immer wieder. (Foto: mha)
Manche haben einen Lippenstift in der Handtasche, Gabi Dräger hat stets einen Spezialstift dabei. Die Prinzessin hat sie übrigens auf Ratschlag eines kleinen Mädchens zum ersten Mal angefertigt. Ein guter Tipp, denn jetzt malt sie sie immer wieder. (Foto: mha)
Manche haben einen Lippenstift in der Handtasche, Gabi Dräger hat stets einen Spezialstift dabei. Die Prinzessin hat sie übrigens auf Ratschlag eines kleinen Mädchens zum ersten Mal angefertigt. Ein guter Tipp, denn jetzt malt sie sie immer wieder. (Foto: mha)

Die lustigen Grinsegesichter malt Gabriele Dräger auf Aquarellpapier. Das ist wasserabweisend, was ihren Smileys zusammen mit Acryfarbe die nötige Festigkeit gibt, damit sie Regen und Schnee widerstehen. Denn die bunten, circa DIN-A-4 großen Blätter hängt die Künstlerin da auf, wo sie jedermann zu guter Laune verhelfen; zuletzt an einem Streugutspender am Kürfürstenplatz.
Auf die Idee mit den Gesichtern in Neonfarben kam die in Eckernförde, im hohen Norden Deutschlands, geborene Künstlerin in der Coronazeit, 2020 und 2021, als den Menschen nicht nur selbstgeschnittene Frisuren die Haare zu Berge stehen ließen, sondern auch die schlechten Nachrichten und das Ausgangsverbot die Mundwinkel nach unten zogen. Dem wollte sie etwas Positives entgegensetzen. In München, aber auch in Traunstein, Wien und sogar in Berlin erfreuten sich die Leute – groß und klein – an ihrer bunten Kunst an Bauzäunen, auf Kunstausstellungen, in Treppenhäusern von Museen, in Ausstellungsvitrinen, auf öffentlichen Plätzen und an Litfasssäulen. Denn wer an den lächelnden Bildern vorbeikommt, der lächelt unwillkürlich mit. Und schon ist der Tag gerettet. Sogar dem Dasein von Helmut Fischer, dem berühmten Monaco-Franze, und seinem Regisseur Helmut Dietl als Skulptur an der Münchner Freiheit verleiht Gabi Dräger mit ihren Kunstwerken Farbe.

Die Karriere der Künstlerin, die in Hechingen an der Schwäbischen Alb zur Schule ging und schon als Kind mit ihrer Oma viel gemalt hat, begann in New York. Dorthin zog sie 1980 mit ihrem Partner, nachdem sie einige Jahre als Bankkauffrau gearbeitet hatte. Sie besuchte Kunstkurse in den USA und nach ihrer Rückkehr auch in Deutschland. Ihre Werke, die auch noch andere Sujets als Smileys haben, sind bereits in Kroatien, Holland, Italien und Österreich zu sehen gewesen.

„Warum malst du keine Prinzessin?”

Ein immer wiederkehrendes Motiv ist die Smiley-Prinzessin. Man findet sie auf gelbem, pinkem und orangefarbenem Hintergrund. Die Idee zu der Dame mit der Krone stammt von einem kleinen Mädchen: Als Gabi Dräger in der Öffentlichkeit ihre Gesichter anfertigte, kam es – mit resolut in die Hüfte gestemmten Händen – auf die Künsterin zu und verlangte ebenso bestimmt: „Warum malst du keine Prinzessin?” Gute Idee! Von nun an gehört die Königstochter zum festen Repertoire.

Ihre Smiley-Kunstaktionen begann Gabi Dräger damals an einem Bauzaun am Kurfürstenplatz, ganz in der Nähe ihrer Wohnung. Sie war ein bisschen ängstlich, was passieren könnte, wenn sie einfach ungefragt in der Öffentlichkeit Bilder aufhängte. Doch als nichts geschah und von den Passanten vielmehr ein positives Echo kam, bestätigte sie dies in ihrem Vorhaben und sie wurde mutiger: In einem ihrer nächsten Projekte malte sie sage und schreibe 500 Smileys an einen weiteren Bauzaun, diesmal an der Neuen Pinakothek. Auch dort erfreuten sie die Menschen und wurden von den Verantwortlichen geduldet. Auch alle weiteren Aktionen der Künstlerin waren stets willkommen.
Nur einmal ist sie von der Polizei „erwischt” worden: Als sie auf einem Fest auf der Leopoldstraße malte, wurden zwei junge Polizisten aufmerksam. Sie wurde „aufgeschrieben”, hat jedoch nie mehr etwas von der Sache gehört.

Privat geht Gabi Dräger gern in die Oper. Allgemein liebt sie ausgefallene Stimmungen, trägt bisweilen auf Ausstellungen eine blaue Perücke und hat auch schon mal einen bunten Schwimmdackel mit dabei. „Das Normale ist langweilig”, sagt sie. Zu ihrer Standardausrüstung, wenn sie das Haus verlässt, gehört auch ein spezieller Malstift: „Manche Frauen haben einen Lippenstift in der Handtasche”, so Dräger „ich einen schwarzen Marker aus Acryl.” Mit diesem Equipment und ihren bunten Blättern möchte sie noch zahlreiche weitere Kunstaktionen veranstalten und viele Menschen erfreuen. Versprochen!

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