Eulen in der Balzsaison

Begeistert mit nächtlichen Konzerten: der Raufußkauz. (Foto: Dr. Christoph Moning/LBV-Bildarchiv)
Begeistert mit nächtlichen Konzerten: der Raufußkauz. (Foto: Dr. Christoph Moning/LBV-Bildarchiv)
Begeistert mit nächtlichen Konzerten: der Raufußkauz. (Foto: Dr. Christoph Moning/LBV-Bildarchiv)
Begeistert mit nächtlichen Konzerten: der Raufußkauz. (Foto: Dr. Christoph Moning/LBV-Bildarchiv)
Begeistert mit nächtlichen Konzerten: der Raufußkauz. (Foto: Dr. Christoph Moning/LBV-Bildarchiv)

Wer bei Dunkelheit durch den Englischen Garten, entlang den Isar oder um den Nymphenburger Schlosspark spaziert, kann jetzt im Herbst geheimnisvolle Laute hören.
Was klingt, wie der Soundtrack eines Gruselfilms, sind in Wirklichkeit die Rufe von Eulen. Verschiedene Eulenarten sind in und um München zu Hause – für sie alle beginnt jetzt die Balzsaison. Um das andere Geschlecht auf sich aufmerksam zu machen und das Revier gegen Rivalen zu verteidigen, erhöhen die Eulen bis in den November hinein ihre Rufaktivitäten. Und das kann beizeiten ganz schön schaurig klingen.

Beziehung festigen

„Huh-Huhuhu-Huuuh”, schallt es durch den nächtlichen Nymphenburger Schlosspark. Ein männlicher Waldkauz ruft beharrlich. Mit den Lauten will er die Bindung zu seiner Partnerin auffrischen oder, sofern er noch nicht in „festen Krallen” ist, ein neues Weibchen für sich begeistern. „Während die meisten Vögel im Frühjahr mit der Balz starten, beginnt das Eulenjahr bereits mit der sogenannten Herbstbalz”, weiß Isabel Rohde vom LBV München (Landesbund für Vogel- und Naturschutz). „Allerdings dient diese Vorbalz nicht der sofortigen Fortpflanzung. Brutpaare festigen mit den Rufen ihre Beziehung, während Junggesellen auf die Suche nach einer Partnerin gehen. Da die Jungvögel vom Frühjahr von ihren Eltern aus den angestammten Revieren vertrieben wurden, ziehen sie nun umher, um ein eigenes Territorium zu erobern. Wenn sie dabei in ein bereits besetztes Gebiet geraten, warnen die alteingesessenen Revierinhaber lautstark mit Rufen.”

„Keine Zeit verlieren”

Dabei kann es beispielsweise beim Waldkauz zu regelrechten Rufduellen kommen, die weithin hörbar sind. Aber auch Uhu, Waldohreule, Raufußkauz, Sperlingskauz oder Schleiereule begeistern Eulenfans in Stadt und Landkreis mit nächtlichen Konzerten. „Der Grund für die Herbstbalz ist, dass unsere heimischen Eulen sich schon sehr früh im kommenden Jahr paaren”, erklärt LBV-Eulenexpertin Rohde. „So stellen sie sicher, dass sie zur Brutzeit zwischen Spätwinter und Frühjahr bereits einen Partner haben und keine Zeit verlieren.”

Nachts im Park

Wer den faszinierenden Eulenrufen lauschen möchte, sollte einfach einen Nachtspaziergang durch die großen Münchner Parks unternehmen. Auch auf Friedhöfen sind Eulenarten wie Waldkauz oder Waldohreule zu Hause und können in der Umgebung gehört werden. Im Landkreis eignen sich die Wälder und Forste für eine nächtliche Eulenexpedition. Isabel Rohde gibt noch ein paar wertvolle Verhaltenstipps: „Seien Sie den Wildtieren zuliebe ruhig, bleiben Sie auf den Wegen und führen Sie Ihren Hund an der Leine. Künstliche Lichtquellen wie Taschenlampen oder Fotoblitze stressen Eulen und sollten nicht eingesetzt werden. Auch Klangattrappen, wie das Abspielen von Eulenrufen mit dem Smartphone, schaden den Vögeln.” Am besten einfach die Ruhe der Nacht genießen und mit den Eulenrufen ein ganz besonderes herbstliches Naturwunder erleben. Und das sogar mitten in der Stadt.

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