Transparente Architektur, kurze Wege und hohe Sicherheit: Die Strafrechtsabteilungen von vier Gerichten sowie zwei Staatsanwaltschaften sind künftig zentral unter einem Dach am Leonrodplatz vereint. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, Justizminister Georg Eisenreich, Bauminister Christian Bernreiter und der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs und des Oberlandesgerichts München Dr. Hans-Joachim Heßler eröffneten das neue Strafjustizzentrum.
„Demokratie und Freiheit brauchen eine starke Justiz. Die größte Baumaßnahme in der Geschichte der Justiz vereint vier Strafgerichte und zwei Staatsanwaltschaften mit 54 Sitzungssälen und 850 Büros auf 39.000 Quadratmetern”, sagte Ministerpräsident Markus Söder. „In Bayern gilt: Die Bürgerinnen und Bürger können sich auf die Justiz verlassen. Seit Jahren liegen Gerichte bei Verfahrensdauer und Erledigungszahlen bundesweit an der Spitze und tragen so zu Rechtssicherheit und sozialem Frieden bei – auch bei neuen Kriminalitätsphänomenen wie Cyber-Crime und Hate Speech. 600 zusätzliche Stellen für Gerichte und Staatsanwaltschaften sind bereits entstanden, bis 2027 kommen weitere 150 Stellen insbesondere für den Justizvollzug hinzu.”
Bayerns Justizminister Georg Eisenreich würdigte das neue Strafjustizzentrum: „Zentral gelegen und modern ausgestattet schafft das Gebäude beste Voraussetzungen für effiziente Abläufe, kurze Wege sowie eine transparente und starke Münchner Strafjustiz. Dafür möchte ich allen Beteiligten herzlichen Dank sagen.”
Der Neubau bietet Platz für rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf etwa 39.000 Quadratmetern. Die Strafrechtsabteilungen von vier Gerichten und zwei Staatsanwaltschaften ziehen von sieben Münchner Standorten zentral an den Leonrodplatz: das Amtsgericht München, die Landgerichte München I und II, das Oberlandesgericht München und die Staatsanwaltschaften München I und II. Ihnen stehen etwa 850 Büros mit moderner IT-Ausstattung zur Verfügung. Die Möbelstücke wurden größtenteils in den Justizvollzugsanstalten München und Amberg gefertigt.
Der Neubau ist um drei Innenhöfe angeordnet, darunter der öffentlich zugängliche Justizgarten. Herzstück des Strafjustizzentrums sind 54 öffentliche Sitzungssäle mit moderner Infrastruktur. Mit dem ca. 280 Quadratmeter großen Schwurgerichtssaal verfügt das neue Strafjustizzentrum über einen der größten Sitzungssäle in Deutschland – für besonders öffentlichkeitswirksame Verhandlungen.
Das Gebäude ist barrierefrei und in passivhausähnlichem Standard gebaut. Die Grundtemperierung und Gebäudekühlung erfolgen über Grundwasser und Bauteilaktivierung. Im nördlichen Gebäudeteil wurde eine Photovoltaikanlage installiert.
Die Umzüge der Büros der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden – beginnend mit den Räumen der Staatsanwaltschaft München II in der Arnulfstraße – für die einzelnen Standorte etappenweise ab der zweiten Juniwoche jeweils in wenigen Tagen bis maximal eine Woche durchgeführt. Der Umzug hat ein Volumen von etwa 300.000 Umzugskartons. Rund 1.500 Lkw-Fahrten sind hierfür erforderlich. Eine eigens eingerichtete „Koordinierungsstelle Übergangsbetrieb” wird dafür sorgen, dass die unabdingbaren und unaufschiebbaren Geschäftsaufgaben der Gerichte und Staatsanwaltschaften auch während des Umzugs wahrgenommen werden und die Münchner Strafjustiz stets erreichbar bleibt. Die ersten Sitzungen sollen dann im Juli dieses Jahres stattfinden.