Der Club will neues Gelände in Freimann »mit der Bevölkerung entwickeln«

Freimann · Bayern München für alle?

Bis jetzt gibt bei der ehemaligen Fürst-Wrede Kaserne (vorne) nur einen kleinen Sportplatz – das will der FC Bayern ändern. Foto: FC Bayern München e.V.

Bis jetzt gibt bei der ehemaligen Fürst-Wrede Kaserne (vorne) nur einen kleinen Sportplatz – das will der FC Bayern ändern. Foto: FC Bayern München e.V.

Freimann · Teure Zukunftsvisionen entwickelt derzeit der FC Bayern für den Münchner Norden. Die Umsetzung seiner Pläne, auf dem Gelände der ehemaligen Fürst-Wrede-Kaserne an der Ingolstädter Straße einen Sportpark zu errichten, würde 50 bis 60 Millionen Euro kosten. Nach Meinung des zweiten Vizepräsidenten des FC Bayern, Bernd Rauch, kann der Verein diese Summe in den nächsten fünf Jahren nicht alleine stemmen.

Wenn der Bebauungsplan 2009 rechtskräftig werden soll, möchte Rauch das Konzept nach und nach umsetzen – und »nach Möglichkeiten suchen, wie das Vorhaben verwirklicht werden kann«, sagte er während der Vorstellung des Projekts in der Dezember-Sitzung des Bezirksausschusses (BA) 12, Schwabing-Freimann. Will sagen: mit öffentlichen Fördergeldern.

Rauch betont, der Bau des Sportparks sei eine »Chance für das Gemeinwohl«. Mit Zuschüssen, etwa durch die Landeshauptstadt München, könne das ausgebaute Areal dann bei der Olympiade 2018 genutzt werden und zum Beispiel örtlichen Sportvereinen Trainingsmöglichkeiten bieten. Entsprechend möchte Rauch »das Sportgelände gemeinsam mit der Bevölkerung entwickeln«. Auf dem rund 30 Hektar großen Areal sollen mehrere Sport- und eine Mehrzweckhalle sowie Freiflächen mit Kunstrasen und klassischem Rasen entstehen. Es könnten ein Trimmpfad, ein Mountainbike-Parcours und ein Schießplatz entstehen. Bernd Rauch und Matthias Schöner, Raum- und Umweltplaner beim Architektur- und Planungsbüro Albert Speer & Partner (AS & P), können sich auch vorstellen, in einer der geplanten Hallen während der Olympischen Spiele eine Eisfläche einzurichten.

Erschlossen werden soll das Gelände über die Ingolstädter Straße. Dort bleiben die Parkplätze für Autofahrer größtenteils erhalten; »denkbar« ist für Bernd Rauch bei Verwirklichung der Sportbebauung eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Der von der Bundeswehr errichtete Wall im Norden des Geländes soll abgetragen werden und die Sportfläche zur Fröttmaninger Heide geöffnet werden.

In Sachen Umweltschutz hofft Christine Joas, Geschäftsführerin des Heideflächenvereins, dass es keine Probleme geben wird. Sie sieht die Verbindung von Heide und Sportpark »hauptsächlich visuell«. Ein öffentlicher Durchgang sei »erst einmal nicht verkehrt«. Joas plädiert für eine »gemäßigte Sportnutzung der Pfade im Einklang mit der Natur«. Skeptisch waren einige Mitglieder des BA hinsichtlich erhöhten Verkehrsaufkommens. »Wir wollen das Problem der Allianz-Arena im Stadtteil nicht duplizieren«, sagte Gunhilde Peter (SPD), Unterausschussvorsitzende Umwelt und Verkehr. Laut Rauch liegt aber die »Vollauslastung bei nicht mehr als 13.000 Besuchern«. Außerdem würden die Spielfelder eher tagsüber, die Hallen eher abends und nachts genutzt. »Man kann hier nicht von Massenveranstaltungen wie in der Allianz-Arena ausgehen«, betont er.

Bis zum Sommer werden voraussichtlich auf dem Areal, das zum Teil auf Münchner Stadt- und zum Teil auf Oberschleißheimer Gemeindegebiet liegt, die Kasernen abgerissen. Kirsten Ossoinig

Artikel vom 05.01.2009
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