Positive Bilanz bei der Bürgerversammlung in Taufkirchen

Das Thema Verkehr erhitzt die Gemüter

Bürgermeister Ullrich Sander zog auf der jüngsten Bürgerversammlung eine positive Bilanz zum abgelaufenen Jahr in Taufkirchen. Foto: Heike Woschee

Bürgermeister Ullrich Sander zog auf der jüngsten Bürgerversammlung eine positive Bilanz zum abgelaufenen Jahr in Taufkirchen. Foto: Heike Woschee

Taufkirchen · Das Thema Verkehr beschäftigte die Bürger von Taufkirchen wieder einmal am meisten, das ergab die Bilanz der jüngsten Bürgerversammlung. Dringend wünschten sich zahlreiche Antragsteller, dass das Tempolimit von 80 km/h, das während 22 bis 6 Uhr auf der A995 angeordnet ist, auf die komplette Zeit ausgedehnt wird.

Hier erinnerte Bürgermeister Ullrich Sander daran, dass die Gemeinde im März 2017 gemeinsam mit der Gemeinde Unterhaching zu einer Unterschriftenaktion aufgerufen hatte. Die beiden Gemeinden wollten in Sachen Lärmschutz gemeinsame Wege gehen.

Was den Gemeinden alleine bislang nicht gelang, sollte im Schulterschluss vollbracht werden: Die Rede ist von einem ganztägigen Tempo-Limit in Höhe von 80 km/h auf der A995 und der A8 auf Höhe der beiden Gemeinden, die von den jeweiligen Straßen flankiert werden. Allerdings, so bedauerte der Taufkirchner Rathauschef, wären in diesen 1,5 Jahren nur 500 Unterschriften eingegangen, keine Zahl, mit der man das Innenministerium zum Überdenken seiner Pläne veranlassen könne. Die bisherige Ablehnung der gemeindlichen Bemühungen lassen sich unter dem Motto: »Freie Fahrt für freie Bürger« und »Baulicher Schutz vor Tempolimit« zusammenfassen, erklärte er weiter. Gerne wolle er sich aber nochmals bemühen, große Hoffnungen könne er den Anwohnern allerdings hier nicht machen.

Unübersichtlich für Radfahrer und Fußgänger sei auch die Situation rund um den Bahnhof, klagten einige Anwohner. Hier kündigte Bürgermeister Sander eine komplette Überplanung des Areals an, die der Gemeinderat im neuen Jahr in Angriff nehmen wolle. Geklagt wurde auch darüber, dass in der Eschenpassage unerlaubter Weise rücksichtslose Fahrradfahrer ihr Unwesen treiben. Da es sich hier um ein Privatgelände handle, könne er nicht durchsetzen, ob Fahrradfahrer die Passage queren dürfen oder nicht, erklärte das Taufkirchner Gemeindeoberhaupt. Allerdings wolle er gerne das Gespräch mit den Eigentümern suchen, versprach er.

Alle Kinder finden einen Platz

Viele positive Nachrichten hatte Ullrich Sander darüber hinaus für seine Bürger im Gepäck. So sei beispielsweise die Kinderbetreuungssituation sehr erfreulich. „Stolz sind wir darauf, dass wir jedem Kind den Betreuungsplatz bieten konnten, den es braucht und dass obwohl ein unerwarteter Anstieg an Betreuungsplätzen zu bewältigen war. Fünf neue Mittagebetreuungsgruppen sind dabei sowohl in Taufkirchen-Dorf als auch in Taufkirchen am Wald entstanden“, berichtete Ullrich Sander und weiter: „Stolz sind wir auch darauf, dass wir lediglich einen Schuldenstand von 72.000 Euro aufweisen, das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 3,87 Euro pro Person. Und das, obwohl wir finanziell gesehen nicht auf Rosen gebettet sind.“

Trotz knapper Kasse investiere Taufkirchen in die Zukunft. Gemeint ist damit der Bau der neuen Grundschule am Wald (wir berichteten: www.wochenanzeiger.de/article/210844.html ) Um auch Normal- und Geringverdienern eine Chance auf bezahlbaren Wohnraum zu bieten, plane die Gemeinde am Riegerweg 50 Wohnungen zu bauen. „Ich hoffe, dass wir mit dem Bau 2019 beginnen können. Internationale Ausschreibungen, zu denen die Gemeinde verpflichtet ist, verzögern solche Projekte leider immer wieder“, erklärte das Gemeindeoberhaupt. Auch für die Radfahrer tut Taufkirchen einiges.

So steht ein Radwegekonzept auf der Agenda, allerdings hänge hier das zuständige Ingenieurbüro noch mit der Ausarbeitung hinterher. „Erfreulich ist aber, dass auch Taufkirchen demnächst zum MVG-Mietradsystem gehören wird. Verschiedene Stationen wird es in unserer Gemeinde dazu geben, beispielsweise am Bahnhof, am Rathaus und bei der vhs“, zählte Sander auf. Gute Nachrichten gab es auch von Seiten der PI 31, die Sicherheitslage in Taufkirchen sei gut, die Zahlen der Delikte rückläufig. Insgesamt wurden im Zuständigkeitsbereich der PI 5.829 Delikte begangen, davon entfielen 24 Prozent der Straftaten auf Taufkirchen (1.415 Straftaten). Zum Glück seien die Betrugsversuche durch den so genannten Enkeltrick oder Falsche Polizisten rückläufig, berichtet der Erste Polizeihauptkommissar.

Außerm wurde den Bürgern das Solarkatastar der Energieagentur Ebersberg-München vorgestellt. Unter www.energiewende-ebersberg.de kann man mit wenigen Clicks herausfinden, ob das eigene Haus für eine Solaranlage oder eine Solarthermie geeignet ist. "Unbedingt ausprobieren", lautete der Rat des Gemeindeoberhaupts. hw

Artikel vom 29.10.2018
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