Gastronomie und Einzelhandel sollen davon profitieren, in erster Linie aber die vielen Menschen, die der Münchner Fußgängerzone einen Besuch abstatten. Denn in Zeiten immer wärmeren Wetters und immer stärkerer Sonnenstrahlung freut sich jeder über die Kühle der Schatten spendenden Krone eines Baumes. Deshalb sollen jetzt nach und nach 150 neue grüne Laubträger in der Altstadt gepflanzt werden. Mit dieser Maßnahme hat der Bauausschuss des Stadtrates das Baureferat beauftragt. Finanziert wird sie unter anderem mit Spendengeldern aus der Aktion „Schatten spenden”, welche Bürger und Besucher der Stadt zur Mithilfe aufforderte. Dabei sind rund 170.000 Euro eingegangen.
Dafür bedankt sich Bürgermeister Dominik Krause bei allen Groß- und Kleinspendern: „Jede Spende trägt dazu bei, dass München trotz finanziell schwieriger Zeiten im Herzen unserer Stadt viele neue Bäume pflanzen kann.” Denn „Baumpflanzungen als Investition in die Klimaanpassungen machen sich über Generationen bezahlt”, so Krause weiter. Und er erklärt: „Es muss unser Ziel sein, dass die 28 Millionen Menschen, die jedes Jahr in die Fußgängerzone kommen, dies auch bei hochsommerlichen Temperaturen gerne und gut tun können. Mehr Grün durch mehr Bäume an dafür geeigneten Stellen ist die effektivste Antwort, um an immer mehr Hitzetagen für ausreichend Schatten und Abkühlung zu sorgen. Baumpflanzungen sind eine Investition in den Gesundheitsschutz, die Lebensqualität und den Wirtschaftsstandort. Einzelhandel und Gastro profitieren unmittelbar davon, wenn die Innenstadt ganzjährig ein attraktives Ziel für alle bleibt. Baumpflanzungen als Investition in die Klimaanpassungen machen sich über Generationen bezahlt.”
Doch haben diese Ziele auch ihren Preis: „Neue, klimaresistente Bäume an intensiv genutzten und bisher versiegelten Orten sind eine große Herausforderung – besonders in der Münchner Innenstadt, wo wir außergewöhnliche Rahmenbedingungen haben”, sagt Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer: „Jeder neue Baum braucht genug Platz im Untergrund, um kräftige Wurzeln auszubilden. Hinzu kommt: Keine andere Fußgängerzone in Deutschland ist derart stark frequentiert. Jedes Jahr bewegen sich an der Oberfläche Millionen von Passant*innen und zehntausende Lastwagen über das Pflaster.” Diese außergewöhnliche Situation erfordere außergewöhnliche Maßnahmen: „Nur mit einem für diese enormen Belastungen ausgelegten baulichen Schutz der Wurzelbereiche haben neue Bäume in der Altstadt langfristig gute Entwicklungschancen”, sagt die Baureferentin. Doch auch sie betont: „Die 150 neuen Bäume für Münchens Altstadt sind eine lohnende Investition in die Fußgängerzone und ein unverzichtbarer Baustein bei der Anpassung der Innenstadt an zunehmend extreme klimatische Bedingungen.”
Der Beschluss des Bauausschusses zur Realisierung der Baumpflanzungen geschah gegen die Stimmen der CSU/ FW-Stadtratsfraktion. Deren baupolitischer Sprecher, Alexander Reissl, kritisiert: Zwar begrüße die Fraktion „Maßnahmen, die die Münchner Altstadt lebenswerter macht. Allerdings müssen wir in Zeiten knapper Kassen sehr genau hinschauen: Die Kosten pro Baum von bis zu 95.000 Euro sind aktuell schlicht zu hoch. Hier erwarten wir von der Stadtverwaltung mehr Augenmaß und wirtschaftlich tragfähige Lösungen, damit ökologische Verbesserungen nicht zulasten anderer dringend notwendiger Investitionen gehen.”
Die Umsetzung der Maßnahme erfolgt schrittweise. Begonnen wird dabei voraussichtlich im Herbst in der Sendlinger Straße. Im Vorfeld sind umfangreiche Abstimmung mit Feuerwehr, Gewerbebetrieben, der Großbaustelle für die Zweite Stammstrecke und anderen erforderlich.