Veröffentlicht am 10.02.2026 13:58

Zeugnis des Krieges

Isis (Foto: job)
Isis (Foto: job)
Isis (Foto: job)
Isis (Foto: job)
Isis (Foto: job)

Der Neuhofener Park entstand nach dem Zweiten Weltkrieg auf einem der drei großen Münchner Schuttberge. An der Isarhangkante wurde in den Nachkriegsjahren die Trümmern zerstörter Häuser abgeladen und darauf die Grünanlage mit Wegen, Wiesen und inzwischen altem Baumbestand angelegt
Am höchsten Punkt des Parks befindet sich ein Rundpavillon mit Brunnen, auch „Friedenstempel” genannt. Eine im Boden eingelassene Gedenkplatte erinnert an die Opfer der Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg.

Statue stand früher in Bogenhausen

Auf der Wiese selbst steht eine Statue, deren Geschichte nicht viele kennen: Die frühere Brunnenfigur stellt die ägyptische Göttin Isis, auf den Wellen schwimmend, dar. Isis war den Ägyptern als Göttin der Geburt, der Wiedergeburt heilig. Ursprünglich war die massive Figur Teil eines Zierbrunnens, der 1932/33 auf dem früheren Possartplatz (heute Shakespeareplatz) in Bogenhausen stand. Geschaffen wurde die Figur aus Diabas vom Bildhauer Emil Krieger.
Der Brunnen und auch die Plastik der Isis wurden während des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt. Die Statue wurde in den 1950er Jahren im Neuhofener Park aufgestellt, dabei wurden fehlende Teile nicht mehr ergänzt. Im Jahre 1995 erhielt die Statue einen neuen Sockel, da sich der Untergrund abgesenkt hatte.

Erklären, was man sieht

Von der Wiese aus blickt die Skulptur in Richtung Tempelbrunnen und bildet mit diesem ein besonderes Ensemble der Erinnerung und Mahnung zum Frieden. Der Bezirksausschuss macht sich für den Erhalt und die bessere Sichtbarkeit der „Isis auf den Wellen schwimmend“ stark. Zur besseren Vermittlung ihrer Geschichte solle die Skulptur künftig durch eine erläuternde Tafel ergänzt werden. Bereits zur Stadtteilwoche Sendling-Obersendling im Juni solle eine vorläufige Tafel mit QR-Code angebracht werden, die auf Informationen auf der Homepage des Bezirksausschusses verweist. Die dauerhafte Tafel solle im Anschluss am Weg in Richtung Tempelbrunnen platziert werden. „Die Isis-Skulptur ist ein stilles Zeugnis der Münchner Nachkriegsgeschichte. Mit der neuen Beschilderung möchten wir dazu beitragen, dass ihre Symbolik als Friedenszeichen erhalten und verstanden bleibt”, erläuterte Christine Depta (SPD), Initiatorin des Antrags. Zudem sollen behutsame Reinigungsmaßnahmen das durch Witterung und Oxidation beeinträchtigte Erscheinungsbild der Statue bewahren.

north