Themenschwerpunkt „Georgien” im bosco

Natela Grigalashvili lässt mit ihren Bildern die Gefahr des Verlusts spüren, die Wehmut über den drohenden Verfall von Vielfalt und Gemeinschaften. (Foto: Natela Grigalashvili )
Natela Grigalashvili lässt mit ihren Bildern die Gefahr des Verlusts spüren, die Wehmut über den drohenden Verfall von Vielfalt und Gemeinschaften. (Foto: Natela Grigalashvili )
Natela Grigalashvili lässt mit ihren Bildern die Gefahr des Verlusts spüren, die Wehmut über den drohenden Verfall von Vielfalt und Gemeinschaften. (Foto: Natela Grigalashvili )
Natela Grigalashvili lässt mit ihren Bildern die Gefahr des Verlusts spüren, die Wehmut über den drohenden Verfall von Vielfalt und Gemeinschaften. (Foto: Natela Grigalashvili )
Natela Grigalashvili lässt mit ihren Bildern die Gefahr des Verlusts spüren, die Wehmut über den drohenden Verfall von Vielfalt und Gemeinschaften. (Foto: Natela Grigalashvili )

Seit 2013 erkundet und dokumentiert die georgische Fotografin Natela Grigalashvili das Leben der Nomaden in verschieden Teile der Region Adscharien, die wie viele dörfliche Gemeinschaften ums Überleben kämpfen. In Zeiten der Globalisierung ist ihre Bilderserie ein prägnantes Dokument der Bewahrung alter Werte und Traditionen, von Kultur und Identität. Ihre Ausstellung „The Final Days of Georgian Nomads” vom 13. Januar bis 18. April im bosco Bürger- und Kulturhaus Gauting (Oberer Kirchenweg 1) bildet den Auftakt und Rahmen zum Themenschwerpunkt Georgien des Theaterforums Gauting e.V.

Frauen beim Buttern am Dorfbach, ein junger Kuhhirte auf der Alm, eine Wäscheleine im Wind - die Bilder von Natela Grigalashvili fangen den Rhythmus, die Harmonie und Schlichtheit des Nomadenlebens in Verbindung mit der Schönheit der Natur ein. Alle Elemente wirken wohldurchdacht und komponiert, erinnern an eine malerische Kulisse aus einem Film, der eine wahre Geschichte erzählt. Es ist eine Geschichte über Traditionen, die als Glaube und Idee von Generation zu Generation weitergegeben werden.Gleichzeitig lässt Natela Grigalashvili die Betrachtenden auf ihren Fotografien die Gefahr des Verlusts spüren, die Wehmut darüber, dass ein System der Anpassung zu einem drohenden Verfall von Vielfalt und Gemeinschaften führt.

Leerstand und Verfall

Mehrmals im Jahr wechseln die Nomaden ihren Wohnsitz, ziehen je nach Schneeschmelze die Berge hinauf und hinunter, von der Alm ins Tal, leben von Viehzucht und Ackerbau. Viel körperliche Arbeit und wenig Chancen für die junge Generation - das Nomadenleben wird schwieriger. „In den letzten zehn Jahren haben sich die Region und das Leben der Menschen hier drastisch verändert”, berichtet Natela Grigalashvili. „Diese Veränderungen unterscheiden sich nicht von dem, was in den übrigen ländlichen Gebieten des Landes oder allgemein in der Welt vor sich geht. Wie anderswo auch verlassen viele Nomaden die Berge und ziehen in die Städte oder ins Ausland.”
Natela Grigalashvili kam selbst in einem Bergdorf zur Welt. Sie kennt die Probleme des Leerstands und Verfalls, das Wegbrechen der Infrastruktur. Ihr Verständnis für Gemeinschaften und die Trauer über den Prozess ihres Verschwindens bilden auch die Grundlage für diese Serie, mit der sie 2023 zu den zwölf Finalisten auf der Shortlist des international renommierten Fotowettbewerbs Leica Oskar Barnack Award (LOBA) zählte.

Eröffnung am 13. Januar

Die Ausstellung „The Final Days of Gerogian Nomads” von Natela Grigalashvili wird am Dienstag, 13. Januar, um 19 Uhr eröffnet. Dabei findet ein Künstlerinnengespräch mit Natela Grigalashvili statt. Das Gespräch führt Kulturjournalistin Sabine Zaplin. Eintritt frei, Spenden erwünscht

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