Die Idee eines Radwegs entlang des Bahn-Südrings geht zurück bis in die 1980er Jahre. In den letzten Jahren wurde sie immer wieder aufgegriffen. Für einen Zweirichtungsradweg sowie einen Fußwegs mit den vorgegebenen Standardmaßen (mindestens 4 Meter Breite für einen Radweg in beide Richtungen plus evtl. Fußweg von 2,50 Meter) ist entsprechend viel Platz notwendig. Dieser ist an der angedachten Strecke entlang der Bahn aber nicht überall vorhanden. Das erklärte das städt. Mobilitätsreferat jetzt auf Antrag, die die Stadtratsfraktion der Grünen / Rosa Liste vor fast drei Jahren gestellt hatte.
Sieben Engstellen stehen dem Weg im Weg, darunter sein Herzstück, die Braunauer Eisenbahnbrücke. Dass der gewünschte Weg auf der Brücke machbar ist, hat eine Studie bereits ergeben; auch der Anschluss an die Isartalstraße ist machbar. Allerdings fehlen der Stadt Geld und Personal, um die Planungen fortzuführen.
An der Engstelle Reifenstuelstraße will die Bahn das Abstellgleis reaktivieren, so dass hier kein Platz mehr für den Weg bliebe. An der Tumblingerstraße wurde mit der Sanierung der Eisenbahnüberführung die alte Fußgängerbrücke abgerissen. Für den gewünschten Weg müsste man eine solche Brücke wieder neu bauen, was bis zu 3,5 Millionen Euro kosten würde. Zu schmal für den Weg ist auch der Platz, der hinter der Städt. Berufsfachschule für Kinderpflege übrig ist. Auch der künftige Regionalzughalt Poccistraße verhindert den gewünschten Weg: Die Feuerwehrzufahrt neben dem Trog für den Hauptzugang von der Lindwurmstraße aus lässt für den Weg zu wenig Platz
Und auch bei der Eisenbahnüberführung Lindwurmstraße ist nicht ausreichend Platz vorhanden, um einen Radweg bahnparallel zu planen. Bei der Planung des Projekts wurde keine Radverkehrsverbindung berücksichtigt.
Allein entlang der 1,3 Kilometer langen Strecke zwischen Braunauer Eisenbahnbrücke und der Eisenbahnüberführung Lindwurmstraße zeigen sich sieben „Engstellen“, die eine Realisierung eines Radwegs, bestenfalls kombiniert mit einem Fußweg, auf Niveau der Gleisanlagen schwer erscheinen lassen. Zudem müssten viele Zu- und Abgänge in Form von Rampen im Stadtgebiet errichtet werden, was sowohl hinsichtlich des Platzbedarfs als auch bezüglich der Kosten eine große Hürde darstellt, so das Mobilitätsreferat.
Davon unbenommen sei allerdings der hohe verkehrsfachliche Mehrwert der Braunauer Eisenbahnbrücke als leistungsfähige zusätzliche Isarquerung für den Fuß- und Radverkehr im Münchner Süden. Das Mobilitätsreferat will die Entwicklungen der Braunauer Eisenbahnbrücke daher weiterhin begleiten. Für den nötigen Umbaumaßnahme müsste die DB Infra GO eine Nutzungsübergabe mit der Stadt vereinbaren. Bislang habe die die Bahn aber keine dauerhafte Überlassung in Aussicht gestellt, sich aber für Gespräche über länger befristete Nutzungsvereinbarungen o.ä. offen gezeigt.