Alexander Nikolajewitsch Ostrowski, den man den russischen Molière nannte, hat 47 Komödien, Dramen und dramatische Chroniken hinterlassen. Eine der Komödien, „Ein heißes Herz”, führt das Theater Viel Lärm um Nichts in der Pasinger Fabrik (August-Exter-Str. 1) auf.
Drei junge Leute suchen ihren Weg. In einer Welt von mehr und weniger liebenswerten Hanswursten und Scheusalen. Das wäre die Kurzfassung von Ostrowskis Komödie aus dem Jahr 1869. Die man auch als Groteske bezeichnen kann. Schräg, überzeichnet, bissig, voll Witz – und Seele.
Das »heiße Herz« ist eine junge Frau, die auf den Namen Parascha hört (vielmehr tut sie genau das nicht); sie hat einen schlafsüchtigen Vater und eine giftige Stiefmutter. Als ihr Geliebter Wasja fälschlich des Diebstahls bezichtigt und eingezogen wird, verlässt sie das verhasste Zuhause in Begleitung des jungen Angestellten Gawrilo, den ihr Vater vor die Tür gesetzt hat. Anders gesagt: Für unsere Drei beginnt eine Art Heldenreise – an deren Ende die Karten neu gemischt sind. Eine berührende und hoffnungsvolle Geschichte. Aus einer Welt, an der junge Menschen irre werden. Bevölkert von Gestalten, die bescheißen und beschissen werden (wenn sie sich nicht gerade inmitten ihres errafften Reichtums zu Tode langweilen, während sie die »Puppen« tanzen lassen). Ein Ort, wo Himmel einstürzen und sich die Hölle öffnet. Komödienstoff eben. Eine Geschichte, die gut ausgeht, weil ihr Schöpfer es so will. Und dazu eine Figur geschaffen hat, die in all ihrer bisweilen hirnzerreißenden Widersprüchlichkeit mit großem Mut und besagtem heißen Herzen durch ihre Welt geht – und ihr Leben findet.
Karten kosten 23 bzw. 15 Euro (donnerstags 3 Euro weniger) und sind an der Abendkasse oder über www.theaterviellaermumnichts.de zu haben.