Veröffentlicht am 31.03.2026 15:47

Osterkerze von St. Paul als Kunstprojekt

Die Künstlerin Katharina Lehmann führte im Januar 2026 den „Infinite Walk“ in der leeren Pfarrkirche St. Paul durch.  (Foto: Julia Milberger)
Die Künstlerin Katharina Lehmann führte im Januar 2026 den „Infinite Walk“ in der leeren Pfarrkirche St. Paul durch. (Foto: Julia Milberger)
Die Künstlerin Katharina Lehmann führte im Januar 2026 den „Infinite Walk“ in der leeren Pfarrkirche St. Paul durch. (Foto: Julia Milberger)
Die Künstlerin Katharina Lehmann führte im Januar 2026 den „Infinite Walk“ in der leeren Pfarrkirche St. Paul durch. (Foto: Julia Milberger)
Die Künstlerin Katharina Lehmann führte im Januar 2026 den „Infinite Walk“ in der leeren Pfarrkirche St. Paul durch. (Foto: Julia Milberger)

Eine besondere Osterkerze wird in der Pfarrkirche St. Paul (St.-Pauls-Platz 11) am Ostersonntag, 5. April, um 11 Uhr im Rahmen des Gottesdienstes von Pfarrer Alois Spielberger gesegnet. Die Kerze wurde in diesem Jahr von der Münchner Künstlerin Katharina Lehmann gestaltet, die sich mit ihrem Konzept unter 13 Einsendungen von Mitgliedern durchsetzte, die sich um die erstmals durchgeführte Ausschreibung des Fachbereichs Kunstpastoral des Erzbischöflichen Ordinariats und des interdisziplinären Münchner Künstlerinnen-Netzwerks GEDOKmuc (www.gedok-muc.de) beworben hatten. Die Münchner Regionalgruppe der bundesweiten GEDOK-Organisation, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert, fördert die Arbeit von Künstlerinnen aus den Disziplinen Bildende und Angewandte Kunst, Musik und Literatur.

Gespräch im Gottesdienst

Über den Entstehungsprozess der Osterkerze und deren Bedeutung sprechen am Sonntag, 19. April, im Rahmen des Gottesdienstes um 11 Uhr in St. Paul die Künstlerin mit der Vorständin von GEDOKmuc, Margit Huber, und Ulrich Schäfert, Leiter des Fachbereichs Kunstpastoral des Erzbischöflichen Ordinariats. Am Abend wird im Rahmen der „Kunst.Andacht“ um 19.30 Uhr die Künstlerin erstmals öffentlich den „Infinite Walk“ aufführen, jene körperliche Handlung, aus der die Osterkerze 2026 hervorgegangen ist. Dazu gibt es eine Einführung von Ulrich Schäfert und Margit Huber, Klangimprovisationen von Peter Gerhartz und Monika Olszak und einen literarischen Text von Denis Lehmann, vorgetragen von der Schauspielerin Franziska Ball.

Kilometerlanger Faden

Der Korpus der Osterkerze besteht aus einem roten, matten Wachskern, der von einer weißen, durchscheinenden Wachshaut umhüllt wird. Dieses äußere Gewebe geht aus einem so genannten „Infinite Walk“ hervor, den die 1984 in Westsibirien geborene, in München lebende Künstlerin im Januar im leeren Kirchenraum von St. Paul durchführte. Ein kilometerlanger Faden in Verbindung mit Farbe folgte den Schritten und Bewegungen der Künstlerin und hinterließ ein organisches Gewebe auf der Bodenfläche des Kirchenraums. Mit Hilfe eines selbst konstruierten Werkzeugs sowie eines speziellen Verfahrens übertrug sie das entstandene Fadengewebe in Wachs, das die schützende Hülle für den roten Kern der Osterkerze bildet. Dieser war von den Steinhöringer Werkstätten der Katholischen Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising in Ebersberg gegossen worden.

Osterleuchter wurde 1944 gefertigt

Die seit 2019 im Auftrag der Kunstpastoral von Künstlerinnen und Künstlern gestaltete Osterkerze von St. Paul wird auf einem 1944 aus Holz gefertigten Osterleuchter präsentiert, den der Bildhauer Ferdinand Filler geschaffen hat, nachdem die Kirche von Sprengbomben getroffen wurde und zum Teil eingestürzt war. In Anlehnung an frühchristliche Vorbilder zeigt der Leuchter die alttestamentlichen Lesungen der Osternacht, die auf die Auferstehung Jesu verweisen. Die Osterkerze wird bis Faschingsdienstag 2027 in St. Paul zu sehen sein.

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