Veröffentlicht am 02.03.2026 11:46

OB Reiter bleibt im Amt, aber ...

So sieht die Stimmenverteilung der Jugendlichen für den Münchner Stadtrat aus. (Foto: KJR)
So sieht die Stimmenverteilung der Jugendlichen für den Münchner Stadtrat aus. (Foto: KJR)
So sieht die Stimmenverteilung der Jugendlichen für den Münchner Stadtrat aus. (Foto: KJR)
So sieht die Stimmenverteilung der Jugendlichen für den Münchner Stadtrat aus. (Foto: KJR)
So sieht die Stimmenverteilung der Jugendlichen für den Münchner Stadtrat aus. (Foto: KJR)

Die Münchner Kinder und Jugendlichen haben gewählt. 6.549 von ihnen haben bei der U18-Kommunalwahl ihre Stimme abgegeben, das Ergebnis ist eindeutig:
Wenn es nach ihnen geht, bleibt Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) Oberbürgermeister. Ein Drittel (33,4 Prozent) machte bei ihm das Wahlkreuz. Auf Platz zwei mit 21,3 Prozent liegt bei jungen Menschen Dominik Krause (Grüne). Mit deutlichem Abstand folgen Stefan Jagel (Linke) mit 12,5 und fast gleichauf Clemens Baumgärtner (CSU) mit 12,4 Prozent.

Keine eigene Mehrheit

Allerdings würde künftig nicht mehr Grün-Rot im Rathaus regieren, zumindest nicht ohne weitere Partner. Die bisherige Koalition im Stadtrat liegt bei den Unter-18-Jährigen zwar in der Stimmengunst vorne, kommt mit zusammen 41,7 Prozent aber nicht auf eine eigene Mehrheit. Stärkste Kraft bei der U18-Wahl im Stadtgebiet München wird die SPD mit 22,7 Prozent und verweist die Grünen (19,0 %) auf Platz zwei. Drittplatzierte ist die Linke (16,5 %), gefolgt von der CSU (14,5 %) und der AfD (7,9 %). Mit zusammen 19,5 Prozent sehr stark vertreten wären die sonstigen Parteien, von denen VOLT mit 4,5 Prozent die stärkste ist, gefolgt von den Freien Wählern (3,6 %) und der FDP (3,2 %). Alle anderen Parteien und Gruppierungen liegen unter 3 Prozent.

70 Wahllokale standen offen

Dies ist das Ergebnis der U18-Kommunalwahl im Stadtgebiet München. Vom 16. bis 27. Februar konnten alle Minderjährigen in insgesamt 70 Wahllokalen ihre Stimme abgeben. Darunter waren viele Stadtbibliotheken und zahlreiche Freizeitstätten verschiedener Träger, allein 40 Freizeitstätten des Kreisjugendrings München-Stadt (KJR) waren Wahllokal. Mitmachen konnten ausnahmslos alle Minderjährigen, die sich in Deutschland aufhalten.
Die U18-Wahllokale boten ihren jungen Besuchern umfangreiche Information zur Wahl und zu den kandidierenden Parteien. In vielen Freizeitstätten gab es ein vielfältiges Begleitprogramm zum Mitmachen: Vom Wahl-Quiz und Workshops bis zur „Wünsche-Wand“, auf der Kinder und Jugendlichen ihre Wünsche an die Stadtpolitik formulierten. Die U18-Kommunalwahl in Stadt und Landkreis München haben die Kreisjugendringe München-Stadt und München-Land gemeinsam organisiert. Ihnen war es wichtig, die jungen Menschen nicht nur über die jeweiligen (Ober-) Bürgermeister abstimmen zu lassen, sondern auch über ihren Gemeinde- oder Stadtrat. Im Landkreis München gab es 36 Wahllokale.
Bei der U18-Wahl standen jedoch nicht die bis zu 80 Stadtrats-Kandidaten je Partei zur Wahl. Auf den U18-Stimmzettel konnten die jungen Menschen ihr Wahlkreuz bei ihrem Favoriten für das Amt des Oberbürgermeisters setzen sowie bei einer Partei bzw. Wählergruppierung. Selbstverständlich standen alle zur „echten“ Wahl zugelassenen Parteien sowie alle OB-Kandidaten zur Wahl.

Interesse an der Politik wecken

„Mit der U18-Kommunalwahl wollen wir junge Menschen an den Wahlakt heranführen, mit Material und Begleitprogramm bei der politischen Meinungsbildung helfen und ganz einfach das Interesse an Politik wecken“, erklärt Svenja Gutzeit, die Vorsitzende des Kreisjugendrings München-Stadt.
Die U18-Wahl funktioniert fast wie die reguläre Wahl, in Wahllokalen mit Stimmzetteln, Wahlkabinen und Wahlurnen. Die U18-Wahl ist ein Projekt der politischen Bildung. Denn Politik wird konkret und verständlich, wenn Kinder und Jugendliche ihre Anliegen und Forderungen formulieren, diese kritisch mit den Parteiprogrammen vergleichen und auch mal mit Politikerinnen und Politikern persönlich ins Gespräch kommen.
„U18-Wahlen sind wichtig, weil sie jungen Menschen politische Teilhabe ermöglichen, noch bevor sie wahlberechtigt sind“, sagt Svenja Gutzeit vom KJR München-Stadt. „Sie helfen zu verstehen, wie Wahlen funktionieren, was Parteien wollen und wie man eine eigene politische Meinung bildet. Und Studien zeigen, dass dies viele motiviert, sich auch als Erwachsene politisch einzubringen. Dies steigert die spätere Wahlbeteiligung deutlich.“

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