Als der neue Standort von „Mädchen an den Ball“ in Au-Haidhausen eingerichtet wurde, gab es Zweifel, ob im Stadtbezirk überhaupt ein weiteres Angebot für Mädchen notwendig sei. Auch die öffentliche Finanzierung des Projekts wurde kritisch diskutiert. Heute gibt die Praxis eine klare Antwort: 38 Mädchen nahmen zuletzt am Training teil.
Die Entwicklung zeigt, dass der Bedarf vorhanden ist und das Konzept die Mädchen und ihre Familien auch erreicht. Ungefähr 500 Mädchen haben nach Angaben des Veranstalters BIKU bis Mitte des Jahres am Training teilgenommen. Für die Teilnehmerinnen ist das Angebot vollständig kostenfrei. Ohne Mitgliedsbeiträge, Leistungsdruck oder Voranmeldung können Mädchen unabhängig von ihrer sozialen oder kulturellen Herkunft teilnehmen, Freundschaften schließen, Sport treiben und Selbstvertrauen entwickeln.
Die öffentliche Diskussion der vergangenen Monate konzentrierte sich vor allem auf die Finanzierung des Projekts. Dabei wird oft übersehen, dass „Mädchen an den Ball“ mehr als ein klassisches Fußballtraining ist. Das Projekt verbindet Bewegung mit sozialpädagogischer Begleitung, Integration, Gesundheitsförderung und Empowerment. Qualifizierte freiberufliche Trainerinnen, kleine Gruppen und angemietete Sportanlagen sind wesentliche Bestandteile des Konzepts.
Die hohe Teilnehmerzahl in Au-Haidhausen weist darauf hin, dass viele Familien genau auf ein solches kostenfreies und offenes Angebot gewartet haben. Die Nachfrage bestätigt, dass Investitionen in niedrigschwellige Bewegungs- und Freizeitangebote für Mädchen sinnvoll und nachhaltig sind.
„Unser Maßstab sind nicht Diskussionen über Finanzen, sondern die Mädchen auf dem Platz”, erklärt Anna Seliger, Gründerin von „Mädchen an den Ball“: „Wenn Woche für Woche bis zu 38 Mädchen gemeinsam trainieren, lachen und sich weiterentwickeln, dann zeigt das, wie wichtig dieses Angebot ist.”
Bei „Mädchen an den Ball“ wird immer donnerstags von 15 bis 17 Uhr beim TSV München-Ost in der Sieboldstraße 4 trainiert. Das Angebot findet ganzjährig und bei jedem Wetter statt.