Als kurz nach Weihnachten Lkws mit Hilfsgütern Richtung Osteuropa starteten, steckte dahinter monatelange Arbeit vieler Ehrenamtlicher: Auch 2025 haben sich die Johanniter im Regionalverband Oberbayern wieder am Weihnachtstrucker beteiligt – mit großem Engagement und Herz sowie einer beeindruckenden Bilanz.
Der Weihnachtstrucker der Johanniter ist eine bundesweite Hilfsaktion, bei der seit über 30 Jahren standardisierte Hilfspakete mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und kleinen Geschenken gesammelt werden. Die Pakete gehen an armutsbetroffene Menschen in Südosteuropa sowie an Bedürftige in Deutschland. Ziel ist schnelle, konkrete Hilfe dort, wo sie besonders gebraucht wird – gerade in der Winterzeit.
Insgesamt 2.796 Pakete mit einem Gewicht von 32.154 Kilogramm wurden im Regionalverband Oberbayern gesammelt. Davon entfielen 797 Pakete (9.166 Kilogramm) auf den Ortsverband Peißenberg. Möglich wurde dies durch 40 ehrenamtliche Helfende, die zusammen 844 Einsatzstunden leisteten.
Tanja Wittmann, Projektleiterin des Weihnachtstruckers im Regionalverband Oberbayern, macht deutlich, was dieses Engagement bedeutet: Die Ehrenamtlichen starten ihre Fahrten in die Zielländer meist am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag und kehren häufig erst am Silvesternachmittag oder -abend zurück. Viele von ihnen verzichten damit auf Familienzeit, Geburtstage oder andere wichtige private Anlässe. Auch in der Sammelwoche nehmen zahlreiche Helferinnen und Helfer Urlaub, um die Paketabholung und Logistik zu unterstützen.
„Ehrenamt heißt nicht nur, etwas ohne finanzielle Gegenleistung zu tun, wofür man brennt, sondern auch, einen starken sozialen Rückhalt zu haben“, betont sie. Ohne die Unterstützung der Familien sei dieses Engagement nicht möglich. Gleichzeitig mussten im abgelaufenen Jahr Pakete an 101 Abgabestellen innerhalb einer Woche koordiniert und abgeholt werden: eine logistische Herausforderung, die nur durch eingespielte Teams zu bewältigen war.
Von den gesammelten Paketen wurden 418 an regionale Tafeln in Pfaffenhofen, Schrobenhausen und Germering gespendet. Der Großteil – 2.378 Pakete mit über 27 Tonnen Gewicht – wurde per Lkw nach Rumänien, Albanien und Bosnien gebracht.
Aus Peißenberg leitete Ortsbeauftragter Christian Stögbauer den ehrenamtlich durchgeführten Lkw-Hilfskonvoi nach Albanien, an dem auch sein Sohn Maximilian sowie Christoph Zeitler als Fahrer beteiligt waren. Der Hilfskonvoi nach Bosnien stand unter der Leitung von Marcel Reintsch. Erwin Gnahs unterstützte den Transport der Hilfsgüter ebenfalls ehrenamtlich als Lkw-Fahrer.
„Der Johanniter-Weihnachtstrucker ist für mich jedes Jahr ein Stück Weihnachten auf Rädern. Wenn wir die Hilfspakete nach Albanien bringen, dürfen wir uns ein bisschen wie das Christkind fühlen – weil wir Herzenswärme, Hoffnung und Menschlichkeit weitergeben“, erklärt Christian Stögbauer.
„Mein großer Dank gilt allen Spenderinnen und Spendern sowie unseren Ehrenamtlichen“, ergänzt Tanja Wittmann.
Der Regionalverband Oberbayern der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. erstreckt sich vom Raum Ingolstadt im Norden bis Peißen-berg im Süden sowie von Landsberg im Westen bis in den Raum Fürstenfeldbruck, Wolfrats-hausen und Moosburg im Osten – ausgenommen sind die Stadt und der Landkreis München.