Puppentheater ist eine ganz besondere Kunstform und ich freue mich auf zahlreiche Puppenspielerensembles aus ganz Deutschland und Österreich, die uns nächsten Sonntag, am 26. Juli, besuchen. Denn die regionalen Unterschiede geben den Stücken eine besondere Färbung. Viele Bühnen waren schon einmal Gast bei uns, schließlich findet das internationale Kasperltheaterfestival bereits zum 11. Mal bei uns im altbayerischen Dorf statt. Ebenfalls eine große Freude ist es, dass kein geringerer als Gerhard Polt die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung übernimmt. Er selbst ist übrigens ein absoluter Kasperlfan. Kein Wunder denn als Kabarettist steht er praktisch in der Nachfolger der Puppenspieler auf der Bühne. Denn früher wurde Kasperltheater nicht für Kinder gespielt. Die Puppen eigneten sich hervorragend dazu, politische Kritik und Parodien lebendig werden zu lassen und sich gleichzeitig hinter ihnen zu verstecken. Schon im Mittelalter zogen die Puppenspieler, die auch Himmelreicher genannt wurden, von Dorf zu Dorf und gaben ihre Stücke zum Besten.
Erst im 18. Jahrhundert kommt mit der Rolle des Hanswurst ein Vorläufer des Kasperls auf die Wiener Puppenbühnen. Die Stücke waren aber immer noch für Erwachsene. Übrigens haben wir beim Festival auch ein Ensemble aus Wien zu Gast, begeben uns also direkt auf die Spur der Geschichte. Der original Wiener Praterkasperl kommt zu uns, der in dieser Form schon seit über 30 Jahren auf dem Wiener Prater im Wursteltheater am Wurstelplatz seine Streiche spielt. Eigentlich eine passende Bühne für den Nachfolger des Hanswurst. Denn bei dem waren wir ja gerade eben. Und aus dem Hanswurst entwickelt sich dann der Kasperl, der im 19. Jahrhundert immer mehr ein Programm für Kinder wird aber natürlich nicht nur Kinder zum Lachen bringt. Deshalb lade ich Sie herzlich ein, mit Ihren Kindern das Kasperltheaterfestival im Freilichtmuseum zu besuchen. Fünf verschiedene Stücke erwarten Sie! Unter anderem besucht uns das Figurentheater Cornelia Fritsche aus Dresden, das Ensembler Zirbelzauber, das in München und Kempten zuhause ist, der Regenbogenkasperl aus Maisach und natürlich Kasperls Spuikastl aus München, das auch unter dem Jahr immer wieder bei uns zu sehen ist. Übrigens, Traudl Schröder vom Münchner Spuikastl hat auch die künstlerische Letiung des internationalen Kasperltheaterfestivals. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle schon einmal herzlich bedanken. Zwischen den einzelnen Vorstellungen haben Sie genügend Zeit, das weitläufige Museumsgelände und die historischen Gebäude zu erkunden. Wenn Sie eine Pause brauchen, besuchen Sie unser altbayerisches Wirtshaus! Im Biergarten vor unserem Wirtshaus „Zum Wofen“ können Sie sich stärken und zum Beispiel mit hausgemachter Kräuterlimonade erfrischen. Vom Biergarten aus haben Sie einen wunderbaren Blick auf die Schlierseer Berge und können die bayeische Landschaft genießen. Aber aufpassen, dass Sie nicht die nächste Aufführung verpassen und der Kasperl vergeblich ruft „Seid ihr alle da?“. Lassen Sie sich auf lustige Abenteuer entführen und genießen Sie das internationale Kasperltheaterfestival im Museumsdorf.
Ich freue mich auf Ihren Besuch!
Ihr Markus Wasmeier