Im zehnten Saisonspiel mussten die Münchner Löwen erstmals eine Niederlage einstecken. „Das Ergebnis ist sehr enttäuschend, weil ich als Trainer sage, dass wir eigentlich über eine lange Phase hinweg ein richtig gutes Spiel gemacht, uns dabei sehr viele Torchancen erarbeitet haben und wir definitiv selbst an der Niederlage schuld sind“, kommentierte 1860-Trainer Alper Kayabunar nach Abpfiff die Partie zwischen dem SV Wacker Burghausen und dem TSV 1860 München. „Das war am Ende der Unterschied: Burghausen hat aus wenig viel gemacht und wir haben aus viel sehr wenig gemacht.“
Kayabunar musste bei den Salzstädtern verletzungsbedingt auf Vitus Eicher, Michael Eberwein, Noah Klose, Moritz Seiffert und Lasse Faßmann verzichten. Zudem war Innenverteidiger Benedikt Hoppe gesperrt. Für Torhüter Eicher kam Paul Bachmann (20) zu seinem Debüt in der Regionalliga. Der Führungstreffer für die engagiert beginnenden Schwarz-Weißen fiel vor Vor 8.821 Zuschauern nach gut einer Viertelstunde. Wackers Linksverteidiger Louis Stegmiller hinterlief geschickt Mark Gevorgyan, kam dadurch auf der linken Seite frei zum Flanken und fand im Zentrum sein mitgelaufenes Pendant, Rechtsverteidiger Jannis Turtschan, der den Ball aus kurzer Distanz zum 1:0 ins Netz lenkte (17. Min.). Auf der Gegenseite scheiterten im Strafraum Tunay Deniz mit einem Schuss aus der Drehung und Florian Niederlechner im Nachschuss am glänzend reagierten Burghauser Schlussmann Markus Schöller. Der erfahrene Österreicher bewahrte seine Farben auch in der Folge mehrfach vor dem möglichen Ausgleich.
Die Gäste schnürten in dieser Phase den SV Wacker regelrecht in seiner Hälfte ein. Der dem Spielverlauf nach verdiente Ausgleich resultierte aus einem Konterangriff. Löwen-Kapitän Dennis Dressel schickte Emre Erdogan auf die Reise, der über die linke Seite Tempo aufnahm, den zurücklaufenden Benedikt Schwarzensteiner stehen ließ und mit einem harten Flachschuss durch die Beine von Schöller den 1:1-Ausgleich markierte (39. Min.). Nur zwei Minute ließ Raphael Ott eine sogenannte „Hunderprozentige“ liegen. Wieder war Erdogan der Ausgangspunkt, der Ball landete beim 20-Jährigen, dessen Schuss aus sieben Metern aber weit über das Tor flog.
Kurz vor dem Pausenpfiff konnte Wackers erfolgreichster Stürmer und Ex-Löwe, Felix Bachschmid, der angeschlagen in die Partie gegangen war, verletzungsbedingt nicht mehr weitermachen. Weil die Löwen den Ball nicht ins Aus spielten, als Bachschmid sich, weit entfernt vom Ball auf den Boden setzte, sondern ihren Angriff zu Ende spielten, gerieten Wacker-Trainer Matthias Ostrzolek und die Löwen-Bank heftig aneinander. Der Österreicher wurde vom Schiedsrichter auf Nachfrage beim Vierten Offiziellen mit der Gelben Karte bedacht. Angesichts der Möglichkeiten der Gäste war der 1:1-Pausenstand glücklich für den SV Wacker Burghausen.
Nach Wiederanpfiff setzte sich das Bild zunächst fort. Die Gäste aus München dominierten die Partie und erspielten sich eine Torgelegenheit nach der anderen. Doch die Abschlussbemühungen von Deniz (48. Min.), Erdogan (53. Min.) und Ott (60. Min.) blieben ohne Erfolg. Weil auch Niederlechner zwei erstklassige Gelegenheiten liegen ließ (63. und 65. Min.), kam es wie es kommen musste. In der Schlussviertelstunde drehten die Gastgeber die bis dahin einseitige Partie. Zwei verletzungsbedingte defensive Wechsel brachten etwas die Ordnung bei den Löwen durcheinander. Das wusste der SV Wacker zu nutzen. 1860-Innenverteidiger Felix Weber (73. Min.) musste mit einer Muskelverletzung vom Feld. Auch Damian Dordan, der nach langer Verletzungspause erstmals wieder in der Startelf stand, war am Ende seiner Kräfte (73. Min.).
In der 76. Minute stellte der eingewechselte Ex-FC-Bayern-Spieler Maximilian Schuhbauer das Spiel auf den Kopf. Nach einem Pass in die Tiefe des ebenfalls neu ins Spiel gekommenen Moritz Leitner lief er frei auf Bachmann zu und spitzelte den Ball am zögerlichen Torhüter vorbei zum 2:1 über die Linie. Die geschockten Löwen versuchten nun mit der Brechstange gegen die sich weit zurückziehenden Hausherren zum Torerfolg zu kommen. Doch ein weiterer Treffer fiel auf der Gegenseite. Eine Flanke von rechts durch Noa-Gabriel Šimić legte Marc Sodji für Benedikt Schwarzensteiner ab, der mit einem technisch perfekten Scherenschlag aus acht Metern den 3:1-Endstand herstellte (89. Min.).
Die Gelegenheit zu Wiedergutmachung haben die Münchner Löwen am letzten Wiesn-Wochenende, am Samstag, den 3. Oktober, um 14 Uhr gegen die Mittelfranken von der SpVgg Ansbach. Man werde die Trainingswoche intensiv nutzen, um an der eklatanten Abschlussschwäche zu arbeiten, versprach Trainer Kayabunar. (as)