Veröffentlicht am 26.10.2026 06:44

„Wir wussten, es wird ein brutal schweres Spiel“

Dorfplatz-Idylle: Amateurfußball abseits des großen Millionengeschäfts.  (Foto: M. Forster)
Dorfplatz-Idylle: Amateurfußball abseits des großen Millionengeschäfts. (Foto: M. Forster)
Dorfplatz-Idylle: Amateurfußball abseits des großen Millionengeschäfts. (Foto: M. Forster)
Dorfplatz-Idylle: Amateurfußball abseits des großen Millionengeschäfts. (Foto: M. Forster)
Dorfplatz-Idylle: Amateurfußball abseits des großen Millionengeschäfts. (Foto: M. Forster)

Begleitet von heftigen Regenschauern und Sturmböen gewann der TSV 1860 München mit 2:0 (0:0) zu Gast beim Verein für Bewegungsspiele Eichstätt e. V. 1920. Für die Männer aus dem Altmühltal war die mit 2.850 Zuschauern ausverkaufte Begegnung gegen die Löwen „das Highlight-Spiel des Jahres“, wie Marco Schiebel, der Kaderplaner und Sportliche Leiter des VfB Eichstätt, am Mikrofon des Bayerischen Rundfunks berichtete.

Man habe sich mit zahlreichen Freiwilligen eine Woche lang intensiv auf die Begegnung vorbereitet und improvisierte Zuschauerränge und Versorgungsstände geschaffen. Bei der Kleiderwahl hatten die Verantwortlichen allerdings die TV-Zuschauer nicht auf dem Schirm. Dunkelgrün spielte gegen Dunkelblau, was bei tiefgrauem Himmel in Bewegung an den Bildschirmen oft nur schwer zu unterscheiden war.

Vom Anpfiff weg entwickelte sich eine intensive Begegnung, bei der die Gäste um Spielkontrolle bemüht waren, sich auf dem engen und kurzen Platz aber immer wieder mit harten Zweikämpfen konfrontiert sahen. Viel Spielfluss kam auf dem tiefen Boden nicht zustande. Die Eichstätter trainieren im Regelbetrieb nur drei Mal die Woche – im Altmühltal bestehen klassische Amateurbedingungen. Viele Spieler üben neben dem Fußball einen normalen Beruf aus.

Die erste gute Gelegenheit für die Löwen ergab sich in der Anfangsviertelstunde. Nach einer weiten Flanke von Dennis Dressel kam Cristian Leone im Strafraum zum Abschluss. Bastian Bösl klärte den Schuss für seinen geschlagenen Torhüter Daniel Martin auf der Linie (12. Min.). Wenige Minuten später bekam Florian Niederlechner ein Zuspiel von Lance Fiedler an der Strafraumgrenze unter Kontrolle, drehte sich und zog ab, doch Martin hatte aufgepasst, konnte den Ball mit den Fäusten klären (18. Min.).

Aber auch die Hausherren verzeichneten zwei Großchancen im ersten Durchgang. Eine Flanke von Aurel Kuqanaj landete bei Kapitän Lukas Schraufstetter, der aus kurzer Distanz an Löwen-Schlussmann Vitus Eicher scheiterte (21. Min.). Sechs Minuten danach fand Schraufstetter erneut seinen Meister in Eicher, der den Abschluss des völlig frei stehenden Mittelfeldspielers über die Querlatte wischte. Mit einem leistungsgerechten 0:0 ging es für beide Mannschaften in die Kabinen. Beim TSV 1860 München kam zur Halbzeit Damjan Dordan für den blass gebliebenen Eric Uhlmann. Fabio Wagner ersetzte Emre Erdoğan, der sich ebenfalls sichtlich schwer tat.

Nach Wiederanpfiff zog ein Sturm über den Sportpark in Eichstätt hinweg. Das schien die Löwen zu beflügeln. Mit dem Wind im Rücken übernahmen die Gäste das Kommando und mussten nicht lange auf ein Erfolgserlebnis warten. Nach einer Ecke von Dennis Dressel orientierte sich im Strafraum Dordan zum Ball und lenkte ihn beim Versuch eines Torabschlusses auf Eichstätts Innenverteidiger Bösl, von dessen Körper der Ball unhaltbar für Schlussmann Martin als Eigentor zum 0:1 ins Netz prallte (50. Min.).

Die Kicker des VfB Eichstätt warfen sich in jeden Zweikampf, als stünden sie in einem Pokalfinale. Zwingende Torgelegenheiten sprangen für sie jedoch kaum heraus. Glück hatten die Grün-Weißen als Michael Eberwein nach einem weiteren Eckball von Dressel an den kurzen Pfosten köpfte (75. Min.). Während der dreiminütigen Nachspielzeit ergab sich noch eine Serie von Eckbällen für die Hausherren, die aber ohne Ertrag blieb.

Erst in der letzten Minute des Spiels sorgte ein Konterangriff der Löwen für die Entscheidung. Wagner schlug kurz hinter der Mittellinie einen Diagonalball auf Leone, der über links in den Strafraum eindrang und den für Niederlechner eingewechselten Arian Ortivero Calderon bediente, dessen Schuss Martin zum 0:2-Endstand nicht mehr abwehren konnte (90. Min.+3). In den Jubel der Gäste ertönte der Schlusspfiff von Schiedsrichter Marcel Krauß.

1860-Trainer Alper Kayabunar bekannte vor der Kamera des BR, während der ersten 45 Minuten sei ihm das Spiel der Löwen „kämpferisch zu wenig“ gewesen, weshalb er sich zu den beiden Wechseln entschied. Im zweiten Durchgang habe seine Mannschaft dann den Kampf erfolgreich angenommen. Felix Weber, Innenverteidiger der Giesinger, erläuterte: „Wir wussten, es wird ein brutal schweres Spiel in Eichstätt. Für die Zuschauer war es bei den Bedingungen nicht so schön anzusehen – aber das ist heute egal.“

Am kommenden Freitag, den 30. Oktober, kommt es um 19 Uhr im Grünwalder Stadion unter Flutlicht zum Spitzenspiel zwischen dem TSV 1860 München und dem Tabellenzweiten TSV Buchbach. Mit den Gästen haben die Löwen noch eine Rechnung offen. Schließlich schieden sie im Sommer an gleicher Stelle im BFV-Pokal gegen den Klub aus dem oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn aus. (as)

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