Im Meisterschaftsendspurt der 3. Liga muss der TSV 1860 München abreißen lassen. Während die Löwen nach der Niederlage beim MSV Duisburg auch zu Hause nicht über ein 1:1 (0:1) gegen den SV Waldhof Mannheim hinauskamen, zogen am Osterwochenende die führenden Klubs an der Spitze davon. Zu Spielbeginn gab es vor 15.000 Zuschauern im ausverkauften Grünwalder Stadion eine Schweigeminute für den früheren Trainer Karsten Wettberg († 84). Die Münchner spielten mit Trauerflor. Es war der verstorbene „König von Giesing”, der 1991 die Löwen zum Aufstieg in die 2. Liga führte. 35 Jahre später versucht sich Markus Kauczinski an dieser Mission.
Wie schon beim Gastspiel an der Wedau zeigten die Löwen gegen den SV Waldhof Mannheim phasenweise guten Fußball, standen am Ende aber mit leeren Händen da. Mittlerweile fehlen dem TSV 1860 München wieder sieben Punkte auf den Aufstiegs-Relegationsplatz. Es bedürfte schon eines wahren Fußballwunders, um diese Differenz in den verbleibenden sieben Partien noch wettzumachen. Stürmer Sigurd Haugen hätte sich im Spiel gegen Mannheim zum Matchwinner küren können. Doch dem besten Torschützen des TSV 1860 München fehlte bei mehreren guten Gelegenheiten die Präzision im Abschluss.
Anders die Waldhöfer, die eine von zwei torgefährlichen Szenen der Schwarz-Blauen in der ersten Halbzeit prompt zur Führung nutzten. Am Ende einer gelungenen Kombination klatschte Sechzigs Torwart Thomas Dähne eine scharfe Hereingabe nach vorne ab, wo Lovis Bierschenk zum 1:0-Führung abstaubte (27. Min.). Glück hatten die Gäste nur drei Minuten später, als Kevin Volland von Verteidiger Niklas Hoffmann im Strafraum abgeräumt wurde, aber von Schiedsrichter Jarno Wienefeld keinen Elfmeter zugesprochen bekam, sondern auf Offensivfoul entschieden wurde.
Die Hausherren waren über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft, mussten aber bis in die Schlussviertelstunde warten, ehe sie sich für ihre Bemühungenmit einem Treffer belohnten. Nach einer starken Balleroberung des eingewechselten Justin Steinkötter behauptete Volland das Leder im Zweikampf mit Oluwaseun Ogbemudia und hob den Ball mit dem Rücken zum Tor an den Fünfmeterraum, wo Haugen frei zum Kopfball kam und das 1:1 markierte (86. Min.). Doch der Ausgleich kam zu spät, um der Partie noch eine Wende zu geben.
In der Pressekonferenz erläuterte Löwen-Trainer Kauczinski: „Durch die Wechsel haben wir frischen Wind gebracht. Waldhof hat nur noch mit Mann und Maus verteidigt. Letztlich hatten wir genug Torchancen, um zu gewinnen.” Für den Aufwand, den seine Mannschaft betrieben habe, sei ein Punkt zu wenig. Bereits am Dienstagabend um 19 Uhr steht für den TSV 1860 München die nächste Partie beim Drittplatzierten FC Energie Cottbus auf dem Programm. (as)